Bevölkerungsstudie zur Corona-Pandemie

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Was macht das Virus mit den Menschen in Deutschland? Wie verhalten sie sich zur Prävention einer Erkrankung? Diesen Fragen will die neue Studie auf den Grund gehen. (Foto: BS/Tumisu/www.pixabay.com)

Keine Freizeitaktivitäten mehr, keine Freunde mehr sehen, Kurzarbeit und inzwischen sogar Ausgehsperren. Die Pandemie des Coronavirus hat Deutschland fest in seiner Hand und nicht nur das öffentliche Leben, sondern auch große Teile der Behördenlandschaft sowie der Wirtschaft lahmgelegt. Eine Krisensituation wie diese hat es hierzulande seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben. Was das mit den Menschen macht, wollen die Bevölkerungsschutz-Forscher der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften gemeinsam mit dem Forschungsinstitut forsa herausfinden.

Darum sind ab Freitag, dem 20. März 2020, alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland aufgerufen, an einer breit angelegten Bevölkerungsstudie teilzunehmen. Die Studie hat zum Ziel, nicht nur die Risikowahrnehmung und Betroffenheit der Menschen zu messen, sondern auch die Verhaltensweisen der Bevölkerung in einer solchen Ausnahmesituation. Konzipiert wurde sie von einem Team um den Studiengangsleiter Katastrophen- und Bevölkerungsschutz an der Akkon Hochschule, Prof. Dr. Henning Goersch. Sein Antrieb für die Studie ist jener, dass es bislang “nur wenige wissenschaftliche Studien zur Krisenbewältigung der deutschen oder europäischen Bevölkerung bei Pandemien” gebe. “Mit unserem Forschungsvorhaben nutzen wir die aktuelle Situation, um engmaschig Daten über die Pandemiebewältigung zu erheben. Für die Konzeption künftiger Vorsorge- und Schutzkonzepte ist die Analyse, wie die Bevölkerung mit einer solchen Krise umgeht, essenziell wichtig.”

Vier Themenabschnitte und zwei Erhebungen

Die Studie setzt sich dabei aus vier Teilen zusammen: Im ersten Teil geht es um die Alltagseinschränkungen der Menschen und ihre hauptsächlich wahrgenommenen Probleme. Die medizinische Betroffenheit spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Der zweite Teil untersucht die Wahrnehmung der eigenen Gefährdung sowie die Beurteilung der Information der Öffentlichkeit und des staatlichen Krisenmanagements. Nach der Untersuchung etwaiger Vorsorgemaßnahmen der Bürgerinnen und Bürger im dritten Teil, widmet sich die Studie im vierten Teil dem Verhalten der Bevölkerung in der Corona-Krise.

Die Onlinebefragung der Öffentlichkeit ist dabei eines von zwei Erhebungsinstrumenten. Im Anschluss an die Fragen können sich Teilnehmende für weitere Befragungen registrieren. So kann über den Verlauf der Corona-Pandemie die Entwicklung verschiedener Indikatoren untersucht werden. Parallel zu der Hochschulstudie startet zeitgleich und mit demselben Fragebogen eine Onlinebefragung durch die Forsa Sozial- und Politikforschung. In der Kombination beider Erhebungsinstrumente sollen methodische Repräsentativität sowie eine weite Befragungsgrundlage sichergestellt werden, so dass die Ergebnisse besonders aussagekräftig für die Gesamtbevölkerung sind.

Die Teilnahme an der Studie ist über diesen Link möglich. Erste Ergebnisse der Umfrage, deren Umsetzung durch die Johanniter-Unfall-Hilfe ermöglicht wird, werden bereits ab dem 30. März 2020 vorliegen.

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