Digitales Klassenzimmer in Bayern

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Wenn die Schüler nicht in die Schule können, muss die Schule eben zu den Schülern kommen. In Bad Aibling wird der Unterricht nun, unterstützt von digitalen Hilfsmitteln wie Tablet und Office-Lizenzen für alle, virtuell durchgeführt. (Foto: PhotoMIX-Company /www.pixabay.com)

Nachdem der Freistaat Bayern eines der ersten Länder war, das seine Schulen im Zuge der Corona-Krise geschlossen hatte, gibt es nun ein erstes Pilotprojekt, um trotz Ausgangssperre einen regulären Schulunterricht zu gewährleisten. Damit die Schüler nicht bis Ende der Osterferien komplett auf eigenständiges Lernen angewiesen sind, hat der Dietrich-Bonhoeffer-Bildungscampus (DBBC) in Bad Aibling ein neues Konzept des digitalen Unterrichts gestartet.

Trotz der aktuellen Krisensituation will die Leitung des Schulzusammenschlusses, in dem verschiedene Schulformen wie Realschule, Mittelschule und Gymnasium auf einem Campus zusammentreffen, “mit der entsprechenden Sorgfalt, Achtsamkeit, Solidarität und Geduld” ihrem Lehrauftrag weiter nachkommen. Um dies möglich zu machen, wurde in den Kernfächern, in Bayern sind dies u.a. Deutsch, zwei zu wählende Fremdsprachen sowie Mathematik und Physik, sowie für die Abschlussklassen zusätzlich in den jeweiligen Prüfungsfächern, ein interaktives Unterrichtformat für alle Klassen eingerichtet. In diesem wird der Unterricht quasi-regulär aus dem Klassenzimmer durch die entsprechende Lehrkraft via Tablet durchgeführt, zu dem sich die Schülerinnen und Schüler über digitale Endgeräte von zuhause aus zuschalten können.

Da der Schulverband bereits im regulären Unterricht großen Wert auf eine konstruktive Auseinandersetzung mit digitalen Formaten gelegt und diese bereits im großen Maße in den Schulalltag integriert hatte, um die “Schüler frühzeitig an die Anforderungen der modernen Arbeitswelt” heranzuführen, waren am DBBC die grundlegenden Voraussetzungen bereits vor der Krise verfügbar und konnten nun relativ praktikabel auf die neue Situation eingerichtet werden. So gibt es für alle Schülerinnen und Schüler einen Zugang zum Microsoft-Produkt Office 365, über dessen Meetingplattform Teams nun der virtuelle Unterricht stattfinden kann. Für die Teilnahme am Unterricht ist von Seiten der Schüler somit lediglich ein Endgerät mit Internetzugang sowie die Logindaten zum persönlichen Office-Account notwendig. Auf diese Weise werden für alle Klassen täglich vier Stunden Unterricht abgehalten, jeweils 50 Minuten von der vollen Stunde an. Der Stundenplan mit der Fächerverteilung ist dabei regulär über das Lernportal der Schule abruf- und einsehbar.

Nach einer Woche Unterricht zieht die Schulleitung ein positives Zwischenfazit. So sei man auf eine disziplinierte und kooperative Schülerschaft getroffen, die ” die aufgetretenen Probleme souverän gemeistert” und sich “auf das neue Format eingelassen” habe. Zudem habe so mancher Schüler im digitalen Unterricht “mit Beiträgen geglänzt, die wir uns im regulären Unterricht ebenfalls wünschen würden”, so Markus Schmidt, der Geschäftsführer des Diakonischen Instituts für Bildung und Soziales, in dessen Trägerschaft der Schulverband steht. Er dankt zudem auch den Lehrerinnen und Lehrern, die sich trotz der digitalen Erfahrung der Schule einer vollkommen neuen Situation stellen müssten. Schmidt stellt zudem heraus, dass es wichtig sei, auf diese Weise “eine gewisse Normalität in sehr außergewöhnlichen Zeiten” herstellen zu können.

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