Dienstbetrieb in der Corona-Krise

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Aufgrund der dynamischen Lage werden die Empfehlungen und Leitlinien ständig aktualisiert. (Foto:Rico Löb, pixabay.com)

Die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord) veröffentlichte einen Leitfaden für den Feuerwehrdienstbetrieb während der Corona-Krise. Sie gibt Antworten auf die Fragen zum Vorgehen bei Einsätzen mit Coronavirus-Kontakt, der Tauglichkeit von Atemschutzgeräteträgern sowie dem Quarantänefall und der Erstattung der Entgeltfortzahlung.

Als Verhaltenshinweise und Tipps für die praktische Umsetzung von Schutzmaßnahmen verweist die HFUK Nord auf die “Hinweise für Einsatzkräfte zum Umgang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2” der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und führt diese aus. Grundsätzlich darf eine Einsatzkraft nur im Einsatz sein, wenn sie keine Krankheitssymptome aufweist oder zur Risikogruppe gehört. Jeder Einsatz ist hinsichtlich der zu treffenden Maßnahmen separat zu bewerten.

Sollten die Kräfte zur Abklärung eines Verdachtsfalls entsendet werden, gilt Folgendes: Der Einsatz soll mit so wenigen Einsatzkräften wie möglich bestritten werden. Die Ausrüstung mit entsprechender persönlicher Schutzausrüstung muss gewährleistet sein. Zur Anfahrt sollte je nach Fuhrpark ein Fahrzeug gewählt werden, dass am besten zu reinigen und zu desinfizieren ist.

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz

Nach dem Einsatz gilt es nach der Feuerwehr-Dienstvorschrift 500 (FwDV) eine Dekontamination und eine Entkleidung der Einsatzkräfte sowie des Geräts durchzuführen. Die persönliche Schutzausrüstung ist zu entsorgen oder einer fachgerechten Reinigung zu übergeben. Gerade bei der Klärung von Verdachtsfällen ist eine genaue Dokumentation unumgänglich. Es müssen alle Kräfte namentlich festgehalten werden und die Dokumentation ist aufzubewahren. Eine Unfallanzeige an die zuständige Unfallkasse ist dann noch nicht erforderlich.

Sollte sich jedoch trotz Schutzmaßnahmen ein Feuerwehrangehöriger infizieren und ein Zusammenhang zum Feuerwehrdienst bestehen, ist nach der Krankschreibung eine Unfallanzeige an die zuständige Unfallkasse zustellen. In diesem Fall ist eine Vorstellung beim Dienstarzt nicht wie sonst erforderlich.

Keine Nachteile durch den Dienst

Es dürfen Angehörigen von freiwilligen Feuerwehren keine Nachteile durch ihren ehrenamtlichen Dienst entstehen. So steht es in den Brandschutzgesetzen der Länder. Das heißt, sollte eine Kraft aufgrund einer Infektion in der Folge eines Einsatzes arbeitsunfähig sein, hat sie die ersten sechs Wochen einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Voraussetzung für eine Fortzahlung ist jedoch eine bescheinigte Arbeitsunfähigkeit durch die Unfallkasse. Eine Fortzahlung wird nicht gestattet, wenn sich die Einsatzkraft freiwillig oder auf Anordnung in Quarantäne begibt, aber keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Um die Einsatzbereitschaft weiterhin zu gewährleisten, dürfen die Fristen für die jährlichen Wiederholungsübungen in anerkannten Atemschutzübungsanlagen zum Erhalt der Atemschutztauglichkeit und die Eignungsuntersuchungen bis zum 31. Mai überschritten werden. Sowohl die Untersuchung als auch die Wiederholungsübung sind so schnell wie möglich nachzuholen.

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