Ein Viertel der Kommunen nutzt digitale Marktplätze

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26 Prozent der Kommunen haben bereits die Möglichkeit, ihren Finanzbedarf online auszuschreiben und Kreditangebote über einen digitalen Marktplatz zu erhalten, genutzt. (Foto, Nattanan Kanchanaprat, pixabay.com)

Laut dem “Kommunal-Barometer 2020” des FinTec-Unternehmens CommneX und der TU Darmstadt haben 26 Prozent der Kommunen und kommunalen Unternehmen in Deutschland bereits einen digitalen Marktplatz genutzt, um ihren Finanzbedarf zu decken. Bei der Wahl der digitalen Plattform stehen für die Kämmerer vor allem Transparenz, Unabhängigkeit und Datensicherheit im Vordergrund.

82 Prozent der Befragten achten auch auf eine Vergleichbarkeit der Angebote und 76 Prozent legen besonderen Wert auf Datensicherheit. Ebenfalls stark nachgefragt sind bessere Konditionen (74 Prozent). Bislang ist 84 Prozent der Kommunen und kommunalen Unternehmen die Möglichkeit bekannt, ihren Finanzbedarf online auszuschreiben und Kreditangebote über einen digitalen Marktplatz zu erhalten.

Die Macher der Studie gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Finanzierungsangeboten über digitale Marktplätze in den kommenden Jahren vermutlich noch steigen werde. Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie rechnet Landkreistagspräsident Reinhard Sager bei den kommunalen Haushalten wegen fehlender Steuereinnahmen und höheren Aufwendungen im Gesundheitsbereich mit “nicht unerheblichen finanziellen Einbußen”. “Zur Bewältigung dieser Aufgabe sollten Kämmereien alle Möglichkeiten nutzen, um in der kommunalen Finanzierung so viel Transparenz und Vergleichbarkeit wie möglich zu erreichen”, rät Prof. Dr. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt, der das “Kommunal-Barometer” wissenschaftlich begleitet hat. “Digitale Kreditmarktplätze sind hier auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung, zumal Kämmerer auf bankenunabhängigen Plattformen dank der technischen Integration der Hausbanken nicht auf die oftmals in Jahrzehnten vertrauensvoller Zusammenarbeit gewachsenen Verbindungen zu regionalen Partnern verzichten müssen”, so Schiereck weiter.

Das “Kommunal-Barometer 2020” beruht auf einer Anfang des Jahres abgeschlossenen Online-Befragung zum Thema Kommunalfinanzierung. Insgesamt nahmen 321 Kämmerer, Finanzentscheider kommunaler Unternehmen sowie Kommunal-Experten privater, öffentlich-rechtlicher und genossenschaftlicher Finanzinstitute daran teil.

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