Vermehrt Cyber-Angriffe auf Streaming-Konten

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Video-Streaming boomt. Das wissen auch Cyber-Kriminelle und konzentrieren sich stärker auf das Geschäft mit gekaperten Konten. (Foto: mohamed_hassan, www.pixabay.com)

Kriminelle Hacker greifen verstärkt Nutzerkonten von Video- und Audio-Streaming-Diensten an. Im Visier haben sie Zugangsdaten und Kreditkarteninformationen. Diese missbrauchen sie für eigene Zwecke oder verkaufen sie auf digitalen Schwarzmärkten.

Die Kriminellen machen sich die aktuelle Beliebtheit der Unterhaltungsangebote zu Nutze. Davor warnen IT-Sicherheitsexperten. Eine Masche ist das “Huckepack-Verfahren”. Gestohlene Kreditkartendaten werden zur Bezahlung derselben Dienste missbraucht, die auch der legitime Inhaber nutzt. Geldabgänge fallen so nicht oder erst spät auf.

Die Täter gelangen in der Regel über drei verschiedene Wege an Kontodaten. Schadsoftware kann gezielt Informationen auf Endgeräten suchen und unbemerkt abschöpfen. Diese Programme landen meist über präparierte Anhänge oder Links in E-Mails auf den Endgeräten. Teils werden Nutzer aber auch direkt zur Preisgabe ihrer Einwahldaten bewogen. Nachrichten täuschen ein Problem oder eine interessante Neuerung beim Streaming-Anbieter vor und leiten auf eine gefälschte Webseite, die kaum von der echten zu unterscheiden ist. Dort sollen Nutzer sich anmelden und so ihr Passwort verraten.

Risiko durch mehrfach verwendete Passwörter

Die dritte typische Methode besteht darin, früher gestohlene oder auf dem Schwarzmarkt erworbene Zugangsdaten sozusagen auf Verdacht für verschiedene Dienste auszuprobieren. Das führt häufig zum Erfolg, weil viele Nutzer dieselbe Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort für mehrere Dienste gleichzeitig nutzen.

Seit etliche Länder das öffentliche Leben stark beschränkt haben, steigt die Nutzung von Video-Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon Prime Video, Apple TV+ oder YouTube. Schon vor der Coronakrise hat Video-Streaming fast zwei Drittel der weltweiten Downstream-Bandbreite ausgemacht. Um einer Überlastung der Netze vorzubeugen, haben die meisten großen Anbieter die Übertragungsqualität bereits gedrosselt – auch auf Betreiben der EU-Kommission.

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