Einwandfreie Anonymisierung ist kein Kinderspiel

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Schlecht anonymisierte Bewegungsprofile lassen sich leicht bestimmten Personen zuordnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert daher rechtssichere Standards. (Foto: robert kneschke, stock.adobe.com)

Bürger sollen wirksam vor einem Missbrauch anonymisierter Daten geschützt werden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert darum Schutzkonzepte und klare Kriterien für ausreichende Anonymisierung.

Das Robert Koch-Institut wertet Standortdaten von Millionen Smartphone-Nutzern aus, um ihre Bewegungen besser zu verstehen und besser beurteilen zu können, wie aktuelle Infektionsschutz-Maßnahmen wirken. Die Übergabe der zuvor anonymisierten Informationen durch die Telekom ist von den Datenschutzbehörden abgesegnet. An eine einwandfreie Anonymisierung müssen jedoch hohe Ansprüche gestellt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass durch gezielte Auswertung und Abgleiche mit anderen öffentlich verfügbaren Daten Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogenen werden können.

Beispielsweise ließen sich aus einem anonymen Satz von Standortdaten leicht Wohn- und Arbeitsort schließen. Ein Abgleich mit Daten aus Sozialen Netzwerken könnte die natürliche Person damit schon identifizieren. Das Problem: Einmal identifiziert, wären auch sämtliche anderen Standorte aus dem Datensatz der Person zugeordnet.

Standards gefordert

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deshalb klare Kriterien, wann ein Anonymisierungsverfahren unter welchen Rahmenbedingungen als ausreichend gilt. Der Verband hält es außerdem für notwendig, Standards zu entwickeln, die Organisationen Rechtssicherheit vermitteln, wenn sie anonymisierte Daten verarbeiten oder weitergeben wollen.

Die Stellungnahme hat die Verbraucherzentrale im Rahmen eines Konsultationsverfahrens des Bundesdatenschutzbeauftragten verfasst. Die Eingaben werden derzeit ausgewertet.

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