Niedersachsen zieht Start seiner Bildungscloud vor

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Die Pilotphase für die niedersächsische Bildungscloud, an der sich insgesamt 43 Projektschulen und sogenannte Projekt-Followerschulen aller Schulformen sowie zwei Studienseminare beteiligt hatten, lief bereits seit 2017. Dennoch sollte sie eigentlich erst in einem guten Jahr freigegeben werden. (Grafik: BS/kreatikar/www.pixabay.com)

Das Land Niedersachsen zieht die Freischaltung seiner Bildungscloud vor. Die Cloud für die bessere Einrichtung digitaler Klassenzimmer, deren Start ursprünglich erst für den Start des Schuljahres 2021/22 geplant war, soll nicht nur als barrierefreies und kostenloses Lernmanagement-System genutzt werden können, in dem Materialien, Termine und Dateien bereitgestellt werden, sondern auch die schulbezogene Kommunikation und Zusammenarbeit miteinander auf digitalem Weg ermöglichen.

“Mit der kurzfristigen Einführung der Bildungscloud reagieren wir schnell auf die andauernde herausfordernde Situation durch die Corona-Pandemie. Als virtuelles Klassenzimmer bietet die Cloud gerade in dieser Zeit eine ausgezeichnete Chance, digitales Lernen und Arbeiten zu ermöglichen”, erklärt Kultusminister Grant Hendrik Tonne die vorgezogene Maßnahme. Neben tiefergehenden Funktionen soll die niedersächsische Bildungscloud (kurz: NBC) für alle Schulen im Bundesland vor allem einfach zu bedienende Basisfunktionen liefern. Darunter fallen neben einem digitalen Stundenplan und der digitalen Verwaltung von Aufgaben und Arbeitsblättern unter anderem auch das Einrichten von Lerngruppen und Teams, das Einrichten von Dateiordnern und die Ablage von lerngruppeneigenen Dateien in der Cloud sowie die Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern über einen lerngruppenbezogenen Messenger.

All diese Möglichkeiten seien besonders in Krisensituationen wie der aktuellen Phase wertvoll, so der Minister: „Es wird notwendig sein, den Schülerinnen und Schülern in Zeiten der Schulschließungen altersgerechte Lernangebote auch digital zur Verfügung zu stellen und sie beim häuslichen Lernen bestmöglich durch die Lehrkräfte zu unterstützen“, führt Tonne aus. „Mit der vorgezogenen Einführung bieten wir Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern ein geeignetes Instrument, Unterricht weiter stattfinden zu lassen.“

Zusätzlich zur Bildungscloud sollen ab sofort auf der bereits vorhandenen Plattform des Niedersächsischen Bildungsservers (nibis) weitere unterschiedlichste Lernangebote für Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler bereitgestellt werden. Dieses Angebot umfasst nicht nur Unterrichtsmaterialien für einzelne Schulstufen und Fächer, sondern auch Linklisten, Apps sowie weitere Angebote. Lernmöglichkeiten für zu Hause finden sich auf der Plattform www.lernenzuhause.nibis.de.

Breites Beratungsangebot für die Schulen

Um einen möglichst reibungslosen Start der Bildungscloud ab Anfang Mai zu ermöglichen, habe das Land umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um Schulen den sofortigen Einsatz zu ermöglichen, versichert das Land. So werde die Förderrichtlinie zum Digitalpakt befristet geändert, um die Beschaffung von digitalen Endgeräten dergestalt zu erleichtern, dass Schülerinnen und Schüler adäquat mit Leihgeräten ausgestattet werden können. Darüber hinaus werden derzeit leicht verständliche Tutorials für den Einsatz der NBC zusammengestellt. Alle 80 medienpädagogischen Beraterinnen und Berater werden für die Zeit der Schulschließung vollumfänglich für die Unterstützung der Schulen bei der Einrichtung der NBC eingesetzt.

„In Form einer kollaborativen Lernplattform ermöglicht die Bildungscloud neben Online-Kommunikation ein gemeinsames Arbeiten an Dateien. Die NBC ist daher ein wichtiger Baustein, das schulische Lernen zuhause zu ermöglichen und die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Anforderungen einer digitalisierten Arbeits- und Berufswelt vorzubereiten“, so Tonne abschließend.

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