Studie über KI-Einsatz in der Wirtschaft

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"In der Krise nach vorne schauen: Die Chancen von Künstlicher Intelligenz nutzen", appelliert der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für Digitale Wirtschaft und Start Ups, Thomas Jarzombek. (Screenshot: BS/Thomas Petersdorff)

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als eine der vielversprechendsten Technologien, verborgene Innovationspotenziale zu heben, Prozessketten zu optimieren. Aufgrund immer größerer Datenpools und einer teils sprunghaften Verbesserung von KI-Verfahren erweitern sich ihre Einsatzmöglichkeiten von Tag zu Tag. Das macht sie nicht zuletzt auch für die Wirtschaft immer attraktiver. Doch wie steht es derzeit um den Einsatz von KI in Deutschland? Anhand statistischer Indikatoren zeichnet eine neue Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein Lagebild für das Jahr 2019. Doch zeigen die Ergebnisse Luft nach oben.

So groß die Potenziale, die Künstlicher Intelligenz im Allgemeinen nachgesagt werden, so gering ihre Verbreitung in der deutschen Unternehmenslandschaft: Laut Studie des BMWi nutzen derzeit gerade einmal 5,8 Prozent aller befragten Unternehmen KI aktuell in Produkten, Dienstleistungen oder internen Prozessen. Rund 270.000 Euro war ihnen dabei die Implementierung der neuen Technologie im Einzelfall wert. Lediglich ein kleiner Teil, rund zwölf Prozent aller KI einsetzenden Unternehmen, ist essenziell auf selbstlernende Systeme angewiesen. Demgegenüber stehen rund 60 Milliarden Euro, die bisher mit in Produkten oder Dienstleistungen verbauter KI in 2019 erwirtschaftet wurden.

Noch nicht in der Fläche angekommen

Noch immer sei man weit davon entfernt, von einem flächendeckenden Einsatz Künstlicher Intelligenz sprechen zu können, kommentiert der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für Digitale Wirtschaft und Start Ups, Thomas Jarzombek, die Studienergebnisse. Vielen Unternehmen, insbesondere dem Mittelstand, sei noch gar nicht bewusst, wie sie KI in ihr Geschäftsmodell einbauen sollten, um Prozessarchitekturen durch automatisierte Verfahren zu optimieren. Ein Kurswechsel könnte sich allerdings im Zuge der Corona-Krise abzeichnen, wie Jarzombek hervorhebt: “Die Corona-Krise sollte wo immer möglich von Betrieben genutzt werden, sich mit Kenntnissen über Künstliche Intelligenz fortzubilden. Mit unseren Maßnahmen wie den KI-Trainern und der Schirmherrschaft über den kostenlosen Online-Kurs ‘Elements of AI’ wollen wir dazu beitragen, Künstliche Intelligenz in die Fläche zu bringen”, so der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums.

Regelmäßige Studien als Teil der KI-Strategie

Die Studie “Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Deutschen Wirtschaft” ist Teil eines umfassenden Forschungsauftrags zum Thema Digitalisierung, den das BMWi zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren beauftragt hat. Weitere Berichte über den derzeitigen Stand hinaus sind bereits geplant. Die Forschungsaktivitäten sind Teil der im Jahr 2018 verabschiedeten KI-Strategie der Bundesregierung, die durch weitere Maßnahmen in den Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren flankiert werden. Ergänzend hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier jüngst noch die Schirmherrschaft eines kostenlosen Onlinekurs-Angebots übernommen, das Interessierten Fortbildungsmöglichkeiten zum Thema “Elements of AI” bietet.

Den Link zur Studie gibt es hier.

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