Stufenweiser Aufbau

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Für sämtliche Hochbaumaßnahmen des Bundes soll ein einheitliches IT-System stufenweise aufgebaut werden. Die ersten Schritte sind bereits gemacht. (Foto: BS/ Free-Photos, pixabay.com)

Von der Planungs- und Bauphase bis zur Rechnungslegung führt der Bund derzeit rund 2.000 einzelne Baumaßnahmen mit Gesamtkosten von jeweils mehr als zwei Millionen Euro durch. Für Maßnahmen unterhalb dieser Summe gibt es keine Übersicht. Ein allumfassendes IT-System für den Bundeshochbau wäre daher mehr als sinnvoll. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch inzwischen tut sich etwas.

Bereits 2016 bei der Reform Bundesbau wurde der Aufbau eines einheitlichen IT-Systems für den Bundeshochbau als wünschenswert angesehen. Die Realität ist eine andere: sehr langwierig, ausgesprochen komplex und risikobehaftet, insbesondere hinsichtlich der Akzeptanz der Beteiligten – so die Einschätzung im Bundesbauministerium, rund vier Jahre später.

Zahlreiche Akteure tummeln sich im Bundesbau. Neben dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) existieren in den Ländern 16weitere Bauverwaltungen, die für den Bund tätig werden. Anders als bei den Bundesfernstraßen leiht der Bund Teile der Bauverwaltungen der Länder gegen Kostenerstattung, unterstellt sie seiner Fachaufsicht und nutzt sie wie eigene Behörden. Jede Bauverwaltung verfügt über eigene Datenbanken mit unterschiedlichen Datenformaten, in verschiedener -tiefe und Qualität – und favorisiert diese. Hinzu kommen Maßnahmenträger, Nutzer, Projektsteuerer, Planer und Baufirmen.

“Um möglichst schnell über die benötigte zentrale Datenbank zumindest in wichtigen Teilen zu verfügen, wird nun der Ansatz eines stufenweisen Aufbaus verfolgt, bei dem zunächst verfügbare Hauptdaten zusammengeführt und IT-gestützt bereitgestellt werden, um dann in weiteren Stufen die Datenbank zu verbreitern und zu vertiefen”, teilt das BMI nun in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage im Bundestag mit (Drucksache 19/17960) mit.

Ein verbindlicher Terminplan mit konkreten Meilensteinen für den Aufbau einer Datenbank werde derzeit erarbeitet. Bis Anfang 2021 soll eine zentrale Projektdatenbank für zivile Baumaßnahmen aufgebaut werden – auf der Grundlage vorhandener Projektdaten und IT-gestützter Bereichsdatenbanken wie der eVKE-Datenbank. In dieser werden projekt- und leistungsscharf erbrachte Leitungen von allen Bundesbauverwaltungen und ihre Kosten bereits erfasst.

In einem zweiten Schritt sollen anschließend die vorhandenen unterschiedlichen dezentralen Datenbestände der Bundesbauverwaltungen in die zentrale Projektdatenbank sukzessive integriert werden. Das Ziel sei sehr ambitioniert, da notwendige IT-Programmierarbeiten “mit nicht unerheblichen Zeitbedarf ausgeschrieben und vergeben werden müssen”, so das BMI in der Antwort.

Trotzdem sollen am Ende alle relevanten Informationen zu Flächen, Art der Nutzung, Nutzungskosten, Bauaufgabe, Beteiligten, Kosten, Terminen, Vergabeverfahren über die Umsetzung (bau-) politischer Ziele wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz oder Kunst am Bau bis hin zu erteilten Aufträgen, Planungs- und Bautenständen in der Datenbank enthalten.

Auf rund vier Mio. Euro werden die Kosten für den Aufbau einer IT-gestützten zentralen Datenbank für die zivilen Hochbaumaßnahmen des Bundes. Parallel werde für die Hochbauten im Geschäftsbereich des BMVg eine eigene Datenbank betrieben, wobei ein Datenaustausch und eine übergreifende Auswertung sichergestellt werden soll.

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