G4C warnt vor verschärfter Gefahrenlage

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Cyber-Kriminelle haben längst Wege erschlossen, um aus der Krise Kapital zu schlagen. (Foto: Blogtrepreneur, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Die Gefahrenlage in der Informationssicherheit wird durch die Corona-Krise deutlich verschärft. So sieht das German Competence Center against Cyber Crime (G4C) eine wesentlich gestiegene Gefahr von Cyber-Crime. Grund: Das hohe Aufkommen von Home-Office-Arbeit bringt zusätzliche Kommunikationswege und Schwachstellen mit sich. Besonders steige das Risiko für DDoS-Angriffe, Ransomware und Phishing.

In der Corona-Krise würden Cyber-Kriminelle versuchen, den akuten Informationsbedarf der Bevölkerung zu kapitalisieren, warnt G4C. “Das geschieht momentan insbesondere mittels Spam-Mails von scheinbar offiziellen Stellen mit angeblichen Ratschlägen zum Umgang mit dem Corona-Virus, die unsichere Links oder schadhafte Anhänge beinhalten”, so der Geschäftsführer des Vereins Peter-Michael Kessow. “Aber auch Fake-Shops im Internet mit in der Krise stark nachgefragten Waren wie Mundschutz oder Desinfektionsmitteln sowie interaktive Karten über die Verbreitung des Corona- Virus werden von den Kriminellen genutzt, um User zum fatalen Klicken zu verleiten.”

Wenn dies geschieht, können unbemerkt Trojaner wie Emotet auf den Rechner gelangen. Diese laden dann weitere Schadsoftware nach. Häufig ist das Ransomware, die Festplatten verschlüsselt und für die Freigabe ein Lösegeld in der digitalen Währung Bitcoin verlangt. Hintergrundinformationen zu dieser Masche sowie Empfehlungen zur Prävention und Reaktion im Ernstfall hat G4C in einer neuen Broschüre zusammengetragen. Empfehlungen zum sicheren Home-Office-Betrieb können außerdem per Mail angefordert werden.

DDoS-Schutz für öffentliche Einrichtungen

Neben Schadsoftware besteht derzeit auch ein erhöhtes Risiko durch DDoS-Angriffe. Dabei überlasten die Täter gezielt Server mit Unmengen automatisierter Anfragen. G4C warnt vor den Folgen, wenn solche Angriffe auf Institutionen mit Gesundheitsaufgaben gefahren werden. Unterstützung bietet das Vereinsmitglied Link11. Einrichtungen des öffentlichen Sektors können Schutzlösungen bis September 2020 kostenfrei nutzen. Aktuell bieten auch viele weitere IT-Sicherheitsunternehmen befristet Dienste zum Nulltarif an (wir berichteten).

Das German Competence Center against Cyber Crime (G4C) versteht sich als Informationsdrehscheibe bei der Bekämpfung von Cyber-Kriminalität. Zu den Mitglieder gehören unter anderem IT-Sicherheitsdienstleister und Unternehmen aus dem Finanzsektor. Das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sind als Kooperationspartner an Bord.

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