Projekt für Corona-Warn-App vorgestellt

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An dem internationalen Projekt beteiligten sich unter anderem das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) für Nachrichtentechnik und das Robert Koch-Institut (RKI). (Foto: Gerd Altmann, pixabay.com)

Schon seit längerem wird die Nutzung von Mobilfunkdaten und Smartphones zur Eindämmung des Corona-Virus diskutiert. Nun wurde das Projekt “Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing” (Pepp-PT), an dem 130 Experten aus acht europäischen Staaten beteiligt sind, vorgestellt. Die App soll unter Einhaltung des Datenschutzes den Kontakt zu Infizierten nachverfolgbar machen.

Dafür nutzt die App Bluetooth, also eine Funktechnik der Smartphones. Gemessen wird dabei der Abstand zu anderen Geräten und die Zeitspanne des Kontakts. Durch die Funkstärke kann dann nachvollzogen werden, ob es sich die Personen unmittelbar nebeneinander befunden haben oder durch eine Wand getrennt waren. Auch können durch die Messung der Dauer des Funkkontakts Aussagen getroffen werden, ob die Personen längere Zeit Kontakt hatten oder nur flüchtig aneinander vorbeigegangen sind. Die Geräte werden jedoch nicht wie üblich bei Bluetooth gekoppelt, sondern vermerken nur den Kontakt mit einem anderen Gerät. Dies soll nur anonymisiert geschehen. Dies bedeutet jedoch, dass Bluetooth permanent eingeschaltet bleiben muss. Die Kontakte sollen dann für 21 Tage gespeichert werden.

Sollte nun einer der Nutzer positiv auf das Corona-Virus getestet werden, kann diese Information anonym an die Kontaktpersonen durch die App versendet werden. Die Kontaktpersonen können sich dann entsprechend verhalten und sich in Selbstquarantäne begeben und sich testen lassen. Die Applikation sammelt keinerlei persönliche Daten und verzichtet auf Standortdaten durch GPS. Die Nutzung der App soll zudem freiwillig geschehen.

Bitkom-Präsident Achim Berg zeigte sich positiv gegenüber Pepp-PT: “Genau das ist jetzt nötig, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, und das kann auch vollständig unter Wahrung der Privatsphäre geschehen. Es freut mich sehr, dass das Projekt einer Corona-Tracking-App von einem internationalen Team von Wissenschaftlern und Entwicklern umgesetzt wurde und jetzt an den Start gehen kann. Sobald diese App verfügbar ist, werde ich sie sofort installieren.”

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