BMBF gibt Förderrichtlinien zu INVITE bekannt

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Vorhandene Ressourcen durch Weiterbildung gezielt fördern: Mit dem Innovationswettbewerb INVITE will das BMBF die digitale Weiterbildungsinfrastruktur nutzerorientiert weiterentwickeln. (Foto: geralt/pixabay.com)

Der durch technologische Umwälzungen ausgelöste Strukturwandel in der Wirtschaft hat nachhaltige Auswirkungen auf das Arbeits- und Berufsleben. Ob Künstliche Intelligenz oder Blockchain – die Losung heißt digital. Doch anstatt den Wandel bloß passiv zu begleiten, setzt man im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf den aktiven Faktor Weiterbildung. Mit INVITE will man eine Plattform schaffen, die für digitale Weiterbildungsformate in der Fläche sorgen soll. Inzwischen hat das BMBF die Förderrichtlinien bekanntgegeben.   

Zwar lägen die zentralen Herausforderungen der Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie derzeit woanders, allerdings müsse man auch an eine Zeit nach der Krise denken, sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Themen, die vor COVID-19 auf der politischen Agenda ganz oben standen, würden dann wieder an Dringlichkeit gewinnen. So auch die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Um den Transformationsprozess auch auf personeller Seite nachhaltig anzugehen, bräuchte es neben qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland vor allem bessere Fortbildungsangebote in Deutschland selbst. “Das A und O wird aber die Weiterbildung der Fachkräfte sein, weil das Tempo des Wandels nicht abnehmen wird. Deshalb werden wir bestehende Weiterbildungsangebote so ausbauen, dass jeder Einzelne sein Potenzial bestmöglich entfalten kann. Hierfür werden wir die Chancen der Digitalisierung stärker für die Weiterbildung nutzen”, so Karliczek.

Weiterbildungsoffensive INVITE

Mit dem Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung) wolle man einen Beitrag zur Optimierung des digitalen Weiterbildungsraumes der berufsbezogenen Weiterbildung leisten. Dabei greife man gezielt Handlungsbedarfe der 2019 auf den Weg gebrachten Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) auf, wie Karliczek hervorhebt: “Der Innovationswettbewerb INVITE war ein zentrales Versprechen aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie. Dieses Versprechen können wir schon wenige Monate später einlösen. Ich freue mich sehr, dass die Partner der Nationalen Weiterbildungsstrategie und der Digitalrat der Bundesregierung INVITE ausdrücklich befürworten”.

Drei Entwicklungsfelder und ein Metavorhaben

Insgesamt 35 Millionen Euro will die Regierung im Rahmen von INVITE zur Verfügung stellen. Konkret habe man mit dem Innovationswettbewerb drei Ziele vor Augen, heißt es aus dem BMBF. Zum einen wolle man zur besseren Vernetzung beitragen, um durch eine erhöhte Kohärenz die Qualität des Weiterbildungsangebots insgesamt anzuheben. Dies könne man zum Ausgang plattformbezogener Innovationen nehmen, etwa in Gestalt eines personalisierten Feeds, der ein individuelles Fortbildungsangebot nach dem bekannten Schema “das könnte Ihnen auch gefallen” zusammenstellt. Drittes Ziel sei die Implementierung von Künstlicher Intelligenz im Lernprozess, beispielsweise in Form eines Assistenzsystems, das persönliche Lernstrategien berücksichtigt oder einer automatischen Spracherkennung, die ein möglichst realitätsnahes Lernerlebnis bietet.  

Die drei Entwicklungsfelder sollen durch ein Metavorhaben ergänzt werden, das in Form wissenschaftlicher Studien anwendungsbezogene Erkenntnisse zu Themen wie Datensicherheit und -authentizität, Wirkungen KI-gestützter Lehr- und Lernangebote sowie Weiterbildungsbeteiligung und -verhalten im digitalen Raum generieren soll.   

Förderinteressierte haben noch bis zum 15. September 2020 Gelegenheit, ihre Anträge einzureichen. Im Anschluss übernimmt eine interdisziplinäre Jury die Prüfung der eingegangenen Projekte, die, bei positiver Bewertung, schon 2021 starten sollen. Die Förderlaufzeit beträgt 36 Monate, für die Begleitforschung im Rahmen des Metavorhabens sind insgesamt 42 Monate vorgesehen. Mit der fachlichen und administrativen Begleitung des Wettbewerbs wurde das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beauftragt.

Weitere Informationen gibt es hier.

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