Maximale Geschwindigkeit bleibt die Ausnahme

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Auch wenn der oft damit verbundene Kabelsalat nicht besonders schön anzusehen ist, so bringen stationäre Breitbandanschlüsse doch weitaus bessere Ergebnisse bei der realen Übertragungsgeschwindigkeit als mobile Anschlüsse. (Foto: BS/stux/www.pixabay.com)

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse ihrer aktuellen Breitbandmessung veröffentlicht. Die Messung war zum vierten Mal durchgeführt worden und dokumentiert vor allem die Stagnation im deutschen Breitbandmarkt: “Gegenüber den Vorjahren zeigen sich erneut wenige Veränderungen. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Somit besteht nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern”, bilanziert daher der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Die beste Versorgung mit schnellem Internet erhalten die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland weiterhin durch stationäre Anschlüsse, also meist über die heimischen Modems bzw. Router. In diesem Segment erhalten rund 70 Prozent der Internetnutzer über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate im Download. Bei lediglich 16,4 % der Nutzer (2017/2018: 12,0 %) wurde die gebuchte Übertragungsrate hingegen voll erreicht oder gar überschritten.

Zwischen den einzelnen Bandbreiteklassen und Anbietern gibt es erneut einige Unterschiede. Grundsätzlich waren mit einem Anteil von knapp zwei Drittel (61,4 Prozent) die meisten Kunden im aktuellen Berichtszeitraum aber mit der Leistung ihres Anbieters zufrieden und vergaben in der Umfrage die Schulnoten 1 (sehr gut) bis 3 (befriedigend). Jedoch ist der Anteil zufriedener Kunden wie bereits in der letzten Messung leicht rückläufig.

Mobilfunk deutlich schwächer

Bei mobilen Breitbandanschlüssen lag das Breitbandniveau wieder deutlich unter dem von stationären Breitbandanschlüssen. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download nur rund 15 Prozent der Nutzer, und damit weniger als noch im letzten Berichtszeitraum (2017/2018: 16,1 %), mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Und gerade einmal 1,5 % der Nutzer berichten, dass die vertraglich gebuchte – und bezahlte – Datenübertragungsrate voll erreicht oder überschritten wurde. Dass dieser Wert zudem gegenüber der letzten Umfrage ebenfalls keinerlei Tendenz nach oben zeigt, verdeutlicht die Problematik noch einmal besonders.

Wie im stationären Bereich zeigen sich auch im Mobilfunk Unterschiede hinsichtlich der Anbieter. Trotz der teilweise mangelhaften Datenübertragungsraten bewerten knapp drei Viertel der Endkunden die Anbieter aber mit den Noten 1 bis 3. Die Bundesnetzagentur nimmt hier jedoch angesichts der schlechten Übertragungswerte an, “dass die Nutzer bei mobilen Breitbandanschlüssen eher die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance bewerten als das Erreichen der in Aussicht gestellten Datenübertragungsrate.”

Keine Rückschlüsse auf Versorgungsinfrastruktur möglich

Da die Ergebnisse der Breitbandmessung davon abhängen, welchen Tarif der Nutzer gebucht hat, können die Daten der Breitbandmessung keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten liefern. Mit der Messung werde lediglich geprüft, ob die Anbieter ihren Kunden die vertraglich zugesicherte Bandbreite liefern. Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019. Insgesamt wurden für stationäre Breitbandanschlüsse 829.426 und für mobile Breitbandanschlüsse 527.558 valide Messungen berücksichtigt.

Der vollständige Bericht ist auf der Internetseite der Bundesnetzagentur unter diesem Link zu finden. Die Bonner Behörde liefert zudem eine interaktive Darstellung der Ergebnisse, die hier verfügbar ist.

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