Blockchain-Infrastruktur für Corona-Gesundheitszertifikat

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Durch die Blockchain-Lösung soll eine überprüfbare Kette von Prozessergebnissen zur Verfügung stehen: von der Bereitstellung einer medizinischen Corona-Probe, deren Handhabung in Kliniken oder anderen Standorten, über den Prozess der (halb-)automatischen Labortests bis zur Vorlage bei anfordernden Stellen. (Foto: Gerd Altmann, pixabay.com)

Im Rahmen eines Unternehmenskonsortiums beteiligt sich govdigital am Aufbau einer IT-Infrastruktur, die den Status einer auf das Corona-Virus getesteten Person in einer Blockchain verankert und digital nutzbar macht. Govdigital will damit die Aufgaben des Gesundheitssystems für die Daseinsvorsorge unterstützen und Nachweise für vielfältige Vorgänge ermöglichen helfen, die zur Rückkehr in das wirtschaftliche und soziale Leben in der Gesellschaft beitragen.

Dazu gehören etwa Kontrollen bei der Arbeit, besonders in kritischen Einrichtungen, zum Antritt internationaler Flüge oder für den Einlass bei Großveranstaltungen. Menschen mit geringem Infektionsrisiko bzw. nach überstandener Infektion können so mit einer Art “digitalem Corona-Impfpass” ausgestattet werden, der datenschutzrechtlich einwandfrei funktioniert.

Die Vorlage eines unanfechtbaren medizinischen Testergebnisses kann als Katalysator dienen, um das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft wieder hochzufahren. Die Lösung schafft eine überprüfbare Kette von Prozessergebnissen: von der Bereitstellung einer medizinischen Corona-Probe, deren Handhabung in Kliniken oder anderen Standorten, über den Prozess der (halb-)automatischen Labortests bis zur Vorlage bei anfordernden Stellen.

Das Konsortium hat dafür eine sichere digitale “Ende-zu-Ende-Lösung” für einen bundesweiten Test-Prozess entwickelt. Die in der Blockchain verankerte Prozess-Zertifizierung dient als Basis und beginnt mit der Entnahme einer medizinischen Probe, die im Testzentrum mit einer pseudonymen Identität des Patienten gekoppelt wird. Diese pseudonyme Identität generiert ein Identitätsprovider, bei dem es sich um eine sogenannte “Self Sovereign Identity-Anwendung” oder um Personal handeln kann, das die Probe vom Patienten nimmt. Während des gesamten folgenden Prozesses wird dieses Pseudonym in Verbindung mit der Probe verwendet und vom Unternehmen Ubirch in der Blockchain bei govdigital verankert. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass auch ein Zeitstempel für die Entnahme erfasst wird. Bei jedem Schritt, der Informationen zur Probe hinzufügt oder ändert, wird eine solche Verankerung durchgeführt.

“Wir werden eine DSGV-konforme Verarbeitung der Corona-Daten in der Infrastruktur unserer öffentlichen Rechenzentren gewährleisten”, erklärt govdigital-Geschäftsführer Matthias Kammer. “Über die bei uns gespeicherten Hashwerte können Gesundheitsdaten von pseudonymisierten Personen verifiziert werden. Wir wollen damit einen Beitrag für eine sichere und datengeschützte öffentliche Umgebung für die Prozess-Zertifizierung leisten – das geschieht im Sinne der Daseinsvorsorge und unterstützt die Aufrechterhaltung bzw. Rückkehr zum gesellschaftlichen Leben.”

Ubirch CEO Stephan Noller: “Ein verlässlicher Corona-Status wird in den nächsten Monaten ein ganz entscheidendes Merkmal sein, um wieder zu mehr Normalität zurückkehren zu können. Wir glauben, dass unsere gemeinsame Lösung dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann – vor allem, weil sie sich explizit auch an die Wirtschaft richtet, und nicht nur an den Gesundheitssektor.”

In dem Konsortium engagieren sich neben govdigital folgende Organisationen: Gesundheitsamt der Stadt Köln, Universitätsklinik Köln, Bundesdruckerei, Lufthansa Industry Solutions GmbH, Centogene AG, Labor Dr. Wisplinghoff, Healex GmbH, Digital Health Germany e.V., Boston Consulting Group (BCG), mDoc GmbH, Ubirch GmbH

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