COVID-19: Labor als Quelle nicht ausgeschlossen

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Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller fordert Auskunft bezüglich der Herkunft von SARS-CoV-2. (Foto: fernandozhiminaicela, pixabay.com)

Als der Behörden Spiegel vor vier Wochen in einem Beitrag die Möglichkeit nannte, dass COVID-19, was in Wirklichkeit ja SARS 2 ist, sowohl von einem Tiermarkt aus Wuhan, aber ebenso aus einem zentralen biologischen Labor stammen könnte, gab es eine teils wütende Reaktion von einigen Lesern. Damit muss man in einem Land, in dem zumindest noch die Pressefreiheit herrscht, wenn auch berufs-, bewegungs-, demonstrations- und weitere grundgesetzlich gesicherte Freiheiten bereits außer Kraft gesetzt sind, leben. Zu dem Zeitpunkt vor vier Wochen, als unsere Recherche zu dem Artikel führte, dass der SARS 2-Virus aus einem Labor stammen könnte, hatten wir noch nicht die Möglichkeiten der Recherche, die wir mittlerweile haben. Denn mittlerweile wissen wir, dass dieses Virus einige sehr ungewöhnliche Eigenschaften hat, aber im Grunde tatsächlich auf dem bereits bekannten SARS-Virus beruht, der uns bereits vor knapp 20 Jahren eine ähnliche, jedoch nicht annähernd so tödliche Pandemie bescherte.

Etliche Wissenschaftler wehren sich gegen die These, dass das Virus in einem Chemie- bzw. biochemischen Labor entstanden sein könnte. Es zeige dafür zu natürliche Strukturen und auch Reaktionen in der Mutation. Das mag richtig sein: Doch wird eben in Labors in den USA, in Russland und in China an real existierenden Viren gearbeitet. Es bedarf also keiner Neuentwicklung eines synthetischen Virus, sondern nur der Nutzung vorhandener, natürlich entstandener Krankheitserreger, um deren Wirkungsmöglichkeiten so zu manipulieren, dass sie zu einem militärischen Zweck sinnvoll erscheinen.

Das sogenannte “Wuhan Institute of Virology” hat von Anfang an Corona-Viren von Fledermäusen untersucht, ja selbst mit Ebola-Viren experimentiert. Das Labor wurde mit französischer sowie US-amerikanischer Unterstützung gebaut, doch bereits vor seiner Eröffnung im Jahr 2015 gab es heftige Kritik. Nicht an der Technologie, die dort eingesetzt wird, und auch nicht an den Sicherheitsmaßnahmen, sondern am Personal. Die Vorwürfe: Es werde viel zu lasch mit den gefährlichen Stoffen umgegangen, was sich bereits in mehreren Vorfällen mit dem ursprünglichen SARS-Virus in Peking widergespiegelt hatte. Darüber hinaus führt das Haus zwar offiziell den Sicherheitsstandard P4, also die höchste Sicherheitsstufe für die Arbeit mit Viren und Bakterien überhaupt. Trotzdem gibt es bis heute keine unabhängige, international anerkannte Zertifizierung des Labors. Die einzige Überprüfung führten chinesische Behörden durch; vor dem Hintergrund früherer Zwischenfälle keine sonderlich vertrauenerweckende Basis. Abschließend untersteht das Institut keiner zivilen Stelle, sondern wird direkt von der Volksbefreiungsarmee betrieben. Dieser Aspekt allein macht es höchst unglaubwürdig, dass in Wuhan eben nicht an biologischen Kampfstoffen geforscht wird.

Ein solches Vorgehen ist grundsätzlich nicht einmal verwerflich, denn die USA und Russland betreiben die Virenforschung in gleichem Maße. Und nicht nur bei der Forschung, sondern auch bei den Sicherheitsdefiziten gehen die globalen Großmächte Hand in Hand. So gab es in den Forschungslaboren der amerikanischen Seuchenbehörde CDC in der Vergangenheit immer wieder kleinere und größere Unfälle, über die man sich aber in der offiziellen Kommunikation weitgehend ausschweigt. Den letzten bekannten Zwischenfall in einem Hochsicherheitslabor gab es hingegen gerade mal vor einem halben Jahr in Russland. Unweit der sibirischen Metropole Nowosibirsk sorgte eine Explosion in einem Laborkomplex für Katastrophenalarm. In der Forschungseinrichtung, die wie das Labor in Wuhan mit dem Sicherheitsstandard P4 zertifiziert war, wurde ebenso mit den gefährlichsten Viren gearbeitet: Ebola, HIV, Pocken, Milzbrand und eben auch den Coronaviren.

Doch was macht das neuartige Virus aus der Corona-Familie jetzt so besonders und anders als bisherige Erreger? Klar ist: Im Gegensatz zur Infektion mit ‘gewöhnlichen’ Grippeviren sind Corona-Patienten bereits ohne Symptome hoch ansteckend. Zudem gibt es eine ungewöhnliche Hotspot-Ausbreitung des Erregers und die Zeit der Immunität nach überstandener COVID-Erkrankung scheint relativ kurz und begrenzt – alles Momente, die nicht für eine natürliche Mutation des Virus sprechen, sondern vielleicht auch für eine gesteuerte Mutation.

Nun hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller für die Bundesregierung die Initiative ergriffen und eine Auskunft von der chinesischen Regierung eingefordert. Aufklärung verlangt, neben zahlreichen weiteren Regierungen, inzwischen auch US-Präsident Donald Trump.

Der Behörden Spiegel hat diese Frage bereits vor vier Wochen gestellt und dafür reichlich Prügel bezogen. Da muss man dann durch. Es waren aber nicht nur Behörden, die uns wegen des “Verdachts” von Falschmeldungen und Verschwörungstheorien beschuldigt haben, sondern auch andere Medien.

Daher sei an dieser Stelle auch kritisch angemerkt: Es fehlt eine kritische und kontrollierende Stimme in der aktuellen Situation, nachdem die Oppositionsparteien ihre Kritik an sämtlichen Schritten der Bundesregierung weitestgehend eingestellt haben. Und das, während die Regierung Maßnahmen in einem Tempo veranlasst, das nur noch herzlich wenig mit demokratischen Beteiligungsprozessen zu tun hat!

6 Kommentare

  1. Es ist schon auffällig wie Drosten und Co. von Anfang an die Möglichkeit dass die Ausbreitung des Sars-Covid 2 eventuell aus dem Labor das cirka 300 Meter von dem Fischmarkt enfernt ist stammt kategorisch und mit absoluter sicherheit ausschließen. Sie können das Gegenteil nicht beweisen. Das ein Labor in dem an so extrem gefährlichen Erregern geforscht wird mitten in einer dicht besiedelten Großstadt und nicht möglischst weit abgelegen von besiedeltem Gebiet ist ist mir unverständlich. Was auch auffällt ist dass die vermeintlich durch Covid19 Verstorbenen nicht von Anfang an obduziert worden. Das kenne man eher aus Krimis. Um die ware Todesursache zu vertuschen wollen die Mörder und Mittäter die Obduktion unbedingt verhindern. Unter dem Deckmantel der Pandemie können die Regierungen Systemveränderungen durchführen die unter normalen Umständen von den Bevölkerungen in den angeblichen Demokraien nicht ningenommen werden würden. Die aktuelle Pandemie könnte nur ein Testlauf oder eine Übung sein. Die nächste Pandemie wird dann die eine große Krise um ein neues globales System zu installieren. Das ist wie die Stunde NUll nach dem zweiten Weltkrieg. Anschließend konnte dann ein komplett neues System hochgefahren werden. Auch die Probleme der Überbevölkerung und der Überalterung in den westlichen Staaten könnten mit einer Pandemie gelöst werden.
    Da wird mir angst und bange.

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    auf Grund der Verbreitung von Verschwörungstheorien über den Corona-Virus und Medienhetze von Hr. Uwe Proll kündige ich den Behörden Spiegel sofort. Ich bin entsetzt.

    Ich erwarte eine Bestätigung.

    Mit freundlichen Grüßen

  3. Guten Tag sehr geehrter Herr Proll,

    ich kann Ihnen nur zustimmen, dass vorgefasste Meinungen bei einer Analyse, ob mit der Zielrichtung Virusherkunft, Gefahrenursache oder anderen immer fehl am Platz sind. Nur mit einem mit gesunder Neugierde ausgestattet, motivierten, wachen, gebildeten Geist lassen sich Zusammenhänge erkennen, die es dann zu veri- bzw. falsifizieren gilt. So wird gemeinhin bei jeder Recherche vorgegangen, so sollte auch die Presse vorgehen.

    Von daher mein Lob an den BS für derlei gut überlegte Artikel, die ganz bewusst nicht dem Mainstream folgen wollen, sondern den gesunden Menschenverstand und das Prinzip aufrichtiger, kritischer Berichterstattung beherzigen.

    Danke an Sie Herr Proll für den Artikel und toitoitoi für Ihre gemeinsame weitere Recherche bei dem Thema. Es ist wichtig.

    Mit freundlichen Grüßen aus München
    Hans Bauer

  4. Liebe Redaktion des Behördenspiegels,

    Chapeau meine Damen und Herren. Danke für das Statement in diesem Artikel zu den Themen Grundrechten und Meinungsfreiheit. Es freut mich zu lesen, dass es noch Medien gibt, die sich diesen Werten verpflichtet fühlen und dies auch so explizit ausdrücken und ansprechen. Die den Mut haben Ihrem Auftrag als vierte Gewalt im Staat gerecht zu werden.

    Die letzten Wochen bin ich sehr unglücklich mit dem Diskurs in unserem Land und bin nur immer wieder erstaunt und überrascht. Einerseits, wie die Krisenmeisterung dargestellt wird, die vollständig ausblendet, welche Versäumnisse und Fehlentscheidungen in der Vorsorge der letzten Jahre gemacht wurden und vielleicht auch Einiges, was jetzt notwendig ist, verzichtbar oder in geringerem Umfang notwendig gemacht hätten. Aber auch die Medien, die nur noch als Meinungsverstärker anderen hinterherplappern.

    Deshalb bin ich froh dies zu lesen. Auch als Angehöriger einer ehrenamtlichen Zivilschutzorganisation.

    Danke. Bitte Fahrt diese Linie weiter, damit es vielleicht Schule macht.

  5. Sehr geehrter Herr Proll,

    zu Ihrem Artikel möchte ich die von Ihnen angesprochenen Themen gerne aufgreifen und Folgendes anmerken:

    Zum Thema Anfeindungen und Pressefreiheit

    Jeder Verbreiter von Fehlinformationen, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien kann sich auf das Grundrecht der Pressefreiheit berufen und beruft sich auf dieses Grundrecht.

    Das Grundrecht auf Pressefreiheit kommt jedoch mit einer Grundverantwortung für journalistische Arbeit.

    Wenn Sie journalistisch sauber gearbeitet hätten, einwandfreie und verlässliche Quellen zitieren könnten, dann wären sicherlich Anfeindungen zu Ihrem Artikel nicht gerechtfertigt.

    Dann sollten Sie sich jedoch als Reaktion auf solche Anfeindungen nicht auf die Pressefreiheit berufen.

    Sie sollten sich stattdessen auf die Qualität Ihrer journalistischen Arbeit berufen.

    Denn nicht die Pressefreiheit sondern die Qualität Ihrer journalistischen Arbeit ist das Einzige, was Sie von den Scharlatanen da draußen tatsächlich unterscheiden würde!

    Im weiteren Fortgang Ihres Artikels zitieren Sie jedoch allenfalls Spekulationen, nicht zuletzt, weil das Thema bisher nur reine Spekulation ohne jegliche Beweise ist.

    Seriöse Quellen haben diese Spekulationen auch längst entkräftet, in Artikeln wie:
    “Ursprung des Coronavirus – Labors als Gerüchteküchen”
    https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-ursprung-in-wuhan-labors-als-geruechtekuechen-a-564ffc03-d3c2-4ed9-853d-b38f96acc79a

    “The new coronavirus was not man-made, study shows”
    https://www.medicalnewstoday.com/articles/the-new-coronavirus-was-not-genetically-engineered-study-shows#Two-possible-origin-scenarios

    Die Regierung Trump in diesem Zuge heranzuziehen, um Ihr Argument zu stärken, Ihr Artikel sei fundiert, ist ebenfalls fragwürdig. Die Regierung Trump und der Präsident selber nutzen derzeit jedes Mittel, um davon abzulenken, dass die Regierung Trump das Virus und das Ausmaß der Krise unterschätzt und zu spät gehandelt haben.
    Ein Politiker im Wahlkampf ist selten eine zuverlässige Quelle für objektive Argumentationsketten und Theorien zur Erklärung von Krisensituation, die sie selber mit verantworten.

    Darauf gehen ebenfalls Artikel ein wie:
    “Scientists Haven’t Found Proof The Coronavirus Escaped From A Lab In Wuhan. Trump Supporters Are Spreading The Rumor Anyway.”
    https://www.buzzfeednews.com/article/ryanhatesthis/coronavirus-rumors-escape-lab-china-fox-news-trump

    Zum Thema unsere Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt

    Ich verstehe nicht, womit Sie in Ihrem Artikel begründen, dass “berufs-, bewegungs-, demonstrations- und weitere grundgesetzlich gesicherte Freiheiten bereits außer Kraft gesetzt sind”.

    Soweit ich das erkennen kann sind lediglich die folgenden Grundrechte als verständliche Corona Maßnahmen eingeschränkt worden:

    Artikel 4 Absatz 2: Die ungestörte Religionsausübung.
    Wobei streng genommen, kann ich meine Religion nach wie vor ungestört ausüben. Ich darf mich zu ihrer Ausübung nur nicht versammeln.

    Artikel 8: Das Recht sich zu versammeln.

    Artikel 11: Das Recht auf Freizügigkeit.
    Welches jedoch gemäß Grundgesetz zur Bekämpfung von Seuchengefahr eingeschränkt werden darf, Artikel 11 Absatz 2.

    Artikel 12: Das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.
    Wobei streng genommen, darf ich auch hier nach wie vor diese frei wählen.
    Ich darf bestimmte Berufe aufgrund der Bekämpfung von Seuchengefahr derzeit nur nicht frei ausüben. Doch auch hier ist im Grundgesetz bereits festgelegt, dass die tatsächliche Ausübung durch Gesetze geregelt wird.

    Wir haben 19 Artikel in denen die Grundrechte festgelegt werden.

    Damit wären also gerade mal 4 von den 19 Artikeln betroffen und die darin festgelegten Grundrechte derzeit aus gutem Grund eingeschränkt.

    Eingeschränkt! Nicht außer Kraft gesetzt!

    Das ist ein riesiger Unterschied, den Sie in Ihrer journalistischen Verantwortung kennen sollten.

    Die Behauptung aufzustellen “berufs-, bewegungs-, demonstrations- und weitere grundgesetzlich gesicherte Freiheiten” seien bereits außer Kraft gesetzt, ist Populismus und nicht Journalismus.

    Ich persönlich erwarte von der Redaktion seriöser Presse eine klare Differenzierung und eine sachliche Auseinandersetzung.

    An dieser Stelle möchte ich auch die sehr treffenden Worte von Anton Hofreiter aus der heutigen Bundestagsdebatte zitieren:

    “Man sollte einfach aufhören, die eigene Freiheit schlichtweg zu verwechseln, mit dem Recht des Stärkeren. Nämlich, das ist eine vulgäre Form der Freiheit.”

    Zum Thema fehlender demokratischer Beteiligungsprozess

    Geehrter Herr Proll, sicherlich werden bestimmte Maßnahmen der Regierung derzeit im Eiltempo durchgeführt.

    Allerdings sollte man dieses Tempo, die Maßnahmen und auch die Zusammenarbeit der Regierung und der Opposition vor dem Hintergrund betrachten, dass COVID-19 sicherlich NICHT mit seiner Verbreitung warten wird, bis Entscheidungen und Maßnahmen gemäß unserer Vorstellung von demokratischen Beteiligungsprozessen beschlossen sind.

    Wenn ich allein daran denke wie viele JAHRE, es dauern kann, bis normalerweise Konsens erzielt und konkrete Maßnahmen im Parlament beschlossen werden…

    Es wäre im Gegenteil fatal, würde die Regierung in der Corona Krise bei Entscheidungen und zur Durchführung von Seuchenabwehr die üblichen Wege beschreiten.

    Es ist sicherlich sinnvoll auch in dieser Zeit kritisch zu bleiben und unsere Grundrechte wachsam im Auge zu behalten.

    Die Form Ihrer Kritik jedoch ist ebenfalls purer Populismus und unreflektierte Fehldarstellung, der sich jeder Rechtspopulist sicherlich gerne anschließen würde.

    Auch das halte ich eines guten Journalisten für unwürdig.

    Überdies ist die Unfähigkeit unserer Parteien zusammenzuarbeiten nicht unbedingt Ausdruck von Demokratie. Bisweilen ist es eher Ausdruck von Egoismus und Emporstreben einzelner Personen oder Personengruppen.

    Zwar vertreten unsere Parteien als Volksvertreter die unterschiedlichen Interessen ihrer Zielgruppen.

    Jedoch wird dabei viel zu oft außer Acht gelassen, dass zur Demokratie, also zur Herrschaft des Volkes, unweigerlich gehört, dass man sich selbst auch mal zurücknimmt und einen gemeinsamen Konsens findet zum Wohle der Gemeinschaft, die ein Volk schließlich ist.

    Fazit

    Sehr geehrter Herr Proll,
    Sie müssen meines Erachtens nach keinen Angriff auf die Pressefreiheit aushalten.
    Sie müssen vielmehr Kritik an der Qualität Ihrer journalistischen Arbeit aushalten und, wie ich an diesem Artikel finde, auch zu Recht.

    Statt also in populistische Abwehrreaktionen und Rechtfertigungen zu verfallen, machen Sie doch einfach Ihren Job als Journalist besser.

    Mit freundlichen Grüßen

  6. Was bis gestern noch als Verschwörungstheorie abgetan wurde,ist heute offizielle Annahme der US-Regierung.Aber nicht nur Trump macht das Druck,auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammnarbeit Müller stellt die Frage nach der Herkunft des Virus .Warum eigentlich fließen noch Entwicklungshilfemittel nach China?

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