Neues Antragsverfahren zur Beschleunigung der Soforthilfe

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Nicht nur in der Hamburger Verwaltung wird das neu entwickelte Verfahren genutzt, um die Anträge zur Corona-Soforthilfe zu bearbeiten; auch die Investitions- und Förderbank des Landes arbeitet mit dem Cloudbasierten System von SAP. (Foto: BS/SofiLayla/www.pixabay.com)

Bund und Länder haben ein Corona-Soforthilfe-Programm mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro ins Leben gerufen, das über die Länder abgewickelt werden soll. Ein enormer Betrag, der in einer gesellschaftlichen Krisensituation nötig wurde, um die stillstehende Wirtschaft möglichst gut zu entlasten. In der aktuellen, bislang ungekannten Sondersituation kommen bisher bestehende Antragsverfahren schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Um die eingehende Antragsflut dennoch möglichst schnell und effektiv bearbeiten zu können, hat die Hansestadt Hamburg gemeinsam mit der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) ein digitales Antragsverfahren eingeführt, das innerhalb kürzester Zeit und unter großem personellen Einsatz vom Mannheimer Softwarekonzern SAP entwickelt wurde.

Die Krise hat fast alle Unternehmen sämtlicher Branchen sowie einen absoluten Großteil der Selbstständigen hierzulande getroffen, und das mit erbarmungsloser Härte. Daher ist es kein Wunder, dass der Ansturm auf die Förderung immens ist. Allein die Hansestadt Hamburg rechnete mit rund 100.000 Anträgen in der ersten Woche des Programms, das am 30. März gestartet ist. Alle 16 Bundesländer stehen nun vor der Herausforderung, die Antragsvorgänge schnell, sicher und zuverlässig zu bearbeiten, damit die beantragten Beträge tatsächlich fließen können und die Wirtschaftskraft des Landes so gut wie möglich gesichert bleibt.

“Die Bundesregierung hat eine bemerkenswerte Soforthilfe auf die Beine gestellt, die in einigen Ländern wie zum Beispiel Hamburg um weitere Haushaltsmittel ergänzt werden. Die zu erwartende Antragsflut lässt sich nur mit geeigneten IT-Prozessen bewältigen”, erklärt hierzu Nikolaus Hagl, Leiter Public Services & Energy bei SAP. Um die Bearbeitungsprozesse erheblich zu beschleunigen, hat der Software-Riese daher eine Cloud-Anwendung entwickelt. Diese biete den Vorteil, dass der Antragsteller die Förderung direkt online beantragen kann, ohne hierfür PDF-Antragsformulare herunterladen, ausfüllen und per E-Mail versenden zu müssen. Durch diese Vereinfachung des Verfahrens entfällt in Hamburg nun ein erheblicher manueller Aufwand, der zudem auch immer die Fehleranfälligkeit eines Systems erhöht.

Auf Basis der “SAP Cloud Platform” wurde für die IFB Hamburg ein webbasiertes Antragsformular entwickelt und mit den nötigen Sicherheitsmechanismen versehen, um alle Datenschutzvorgaben zu erfüllen und das Portal vor Hacker-Angriffen zu schützen. In einem nächsten Schritt sollen nun außerdem die Backend-Prozesse in das System integriert werden, um Plausibilitätsprüfungen und die Kontrolle der Förderrichtlinien digital zu unterstützen. Allein in den ersten Stunden nach Start der Förderung haben sich laut SAP knapp 38.000 Nutzer im Portal registriert und 16.500 Anträge fertig übermittelt. In der Spitze verzeichnete das Portal rund 200.000 Aufrufe pro Stunde. Durch das neu entwickelte System wurde die IFB Hamburg aber trotz dieser Datenflut in die Lage versetzt, bereits in weniger als 24 Stunden die ersten Anträge zu bewilligen und die Antragsteller direkt im Anschluss finanziell unterstützen zu können.

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