“Brückenlösung” für “Tornado”-Nachfolge?

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Eine Boeing F/A-18E "Super Hornet" auf der letzten ILA Berlin Air Show (Foto: BS/Portugall)

Laut BMVg will die Bundeswehr ab 2025 mit der Beschaffung eines Nachfolgers für das Mehrzweck-Kampfflugzeug “Tornado” der 4. Generation beginnen. Demnach sollen zwei Drittel aus Europa (Eurofighter) und ein Drittel aus den USA (“Super Hornet”) gekauft werden – beide aus der Generation “4+”. Seit rund 40 Jahren fliegt die hiesige Luftwaffe den MRCA “Tornado”, der von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelt worden ist.

Der vom BMVg erarbeitete Gesamtvorschlag sieht vor, bis zu 93 Eurofighter der neuesten Tranche für die Bundeswehr zu beschaffen. Spezielle Fähigkeiten im Rahmen der “nuklearen Teilhabe” der NATO und für den luftgestützten elektronischen Kampf (EloKa) sollen interimsweise durch einen weiteren Flugzeugtyp von Boeing ersetzt werden: 30 F/A-18E/F “Super Hornets” (nukleare Teilhabe) und 15 EA-18G “Growlers” (EloKa).

Das geplante europäische Kampfflugzeug der 6. Generation, an dem sich bisher Deutschland, Frankreich und Spanien beteiligen und das in das Konzept “Future Combat Air System” (FCAS) eingebunden werden soll, wird sicher nicht vor 2040 zur Verfügung stehen. Seit geraumer Zeit ist das BMVg daher auf der Suche nach einer “marktverfügbaren Brückenlösung”. Die Zeit drängt: “Für einen bruchfreien Fähigkeitserhalt muss mit der Beschaffung ab 2025 begonnen werden”, heißt es aus dem Ministerium. Dabei soll aber die FCAS-Entwicklung nicht gefährdet werden. Auswahlentscheidung und parlamentarische Behandlung werden aber erst in der nächsten Legislaturperiode erfolgen.

Das Bekanntwerden der “Brückenlösung”-Planung des BMVg stieß beim Koalitionspartner auf heftige Kritik. Dr. Fritz Felgentreu, SPD-Obmann im Verteidigungsausschuss des Bundestages, brachte daraufhin die F-35A “Lightning II” (5. Generation) von Lockheed Martin – das aktuell modernste Mehrzweckkampfflugzeug auf dem Weltmarkt – wieder ins Gespräch. Gegen die F-35 stemmt sich jedoch Frankreich, weil es – sicher nicht zu Unrecht – befürchtet, dass dann Deutschland vom FCAS-Projekt abspringen könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass Großbritannien, Italien und Schweden an einem europäischen Konkurrenzmodell der 6. Generation arbeiten: der “Tempest”.

1 Kommentar

  1. BRÜCKENLÖSUNG ist Mega teurer Fehler
    1. den Alten Tornado mustern gerade alle Länder aus . ABER
    2. Die ALTEN U.S. 4gen Muster F18, F 15 betreibt KEIN Europäisches Land,
    für diese eine Infrastruktur, Logistik ,Ausbildung aufzubauen verschlingt
    Unsummen.
    3. Problem FCAS, dieses ist frühestens in zwei Jahrzenten verfügbar
    und Frankreich verweigert schon bei der Rafale eine U.S Zertifizierung,
    ebenso Schweden mit der Gripen
    Bei einem 6.gen High Tech Jet wird Frankreich schon 10 mal nicht
    zustimmen.
    4. ALLE Europäischen Partnerländer fliegen den 5.gen Jet F35
    Die Anzahl für Deutschland für die NT könnte auf ca 15 STCK
    VERTRAGLICH begrenz werden (dadurch keine Gefahr für das FCAS)
    Ausbldung ,Logistik etc. könnte man zum Beispiel mit den Niederlanden
    machen, ähnlich wie mit der gemeinsamen Beschaffung von C130J
    Hercules mit Frankreich. In Europa würden dadurch ALLE den gleichen
    Jet fliegen, vermutlich bis in die 2060-70 er Jahre.
    5. Airbus würde einen Großauftrag von über 120 Jets bekommen
    Der Eurofighter sollte auch die ECR Aufgaben übernehmen, keine
    Growler

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