Bitkom veröffentlicht Studienbericht zum Smart City-Index

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Laut Studienbericht des Digitalverbandes Bitkom sind Kommunen aus Hessen und Baden-Württemberg besonders "smart"; unter ihnen auch das auf Rang sechs platzierte Heidelberg. (Foto: Heidelbergerin/pixabay.com)

Der Einsatz digitaler Technologien ist in deutschen Städten unterschiedlich stark verbreitet. Das zeigt eine Auswertung des vom Branchenverband Bitkom erhobenen Smart City Indexes. Doch findet die digitale Kluft ihre Begründung nicht in regionalen Unterschieden, sondern hängt von den Größenverhältnissen einer Kommune ab. Statt einer Spaltung zwischen Ost und West also die zwischen Groß und Klein. Besonders “smart” sind laut Studienbericht dabei Metropolen und Städte mit Einwohnerzahlen von über 300.000.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Branchenverband Bitkom im Rahmen des Smart City Indexes den Digitalisierungsstand 81 deutscher Städte in insgesamt fünf Kategorien gemessen. Mit dem jetzt vorgelegten Studienbericht biete man einen noch detaillierteren Einblick, der erstmals auch regionale, demographische und strukturelle Einflussfaktoren berücksichtige, so der Präsident des Bitkom, Achim Berg. Damit würden die Ergebnisse eine fundierte Grundlage bieten, um die deutsche Smart City-Landschaft weiterzuentwickeln. Doch zu den Resultaten: Überdurchschnittlich gut stehen Kommunen aus Baden-Württemberg und Hessen dar. Mit Karlsruhe (Platz zwei), Stuttgart (Platz drei), Heidelberg (Platz sechs), Darmstadt (Platz zehn) und Frankfurt am Main (Platz zwölf) rangieren gleich fünf Kommunen der beiden Länder unter den Top 15.

Heterogenes Bild in NRW

Mitunter erhebliche regionale Unterschiede gibt es in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen: Während das Rheinland mit den Städten Bonn (Platz sieben), Köln (Platz acht) und Aachen (Platz elf) gute Platzierungen erreichen kann, schneidet das Ruhrgebiet in allen fünf gemessenen Kategorien – Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität und Gesellschaft – unterdurchschnittlich ab. Ausnahme ist die Stadt Dortmund, die im Gesamtranking Platz neun belegt. Stark im Bereich Verwaltung sind die nördlichen Regionen NRWs, unter ihnen im Besonderen Münster und Bielefeld, die im Index die Plätze 27 bzw. 19 erreichen.

Wie aus dem Studienbericht hervorgeht, bestehen grundsätzlich keine großen Unterschiede zwischen den Städten aus Ost- und Westdeutschland. Defizite bei der digitalen Infrastruktur kompensieren Kommunen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit guten Werten in anderen Kategorien. Mit Dresden (Platz 14), Potsdam (Platz 15) und Leipzig (Platz 17) landen drei Städte in den Top 20.  

Kleinere Kommunen hinterher

Deutlich größere Unterschiede als zwischen Ost und West zeichnen sich zwischen größeren und kleineren Kommunen ab. Eine erfreuliche Nachricht: Ab 100.000 Einwohnern bieten 89 Prozent aller Kommunen in Deutschland ein kostenfreies öffentliches WLAN für Einwohner und Besucher, 17 Prozent bieten den Service sogar fernab der Zentren an. Nochmals 38 Prozent erlauben es ihren Nutzern, auf unbegrenzte Zeit zu surfen. Laut Studienbericht überdurchschnittlich gut platziert sind Städte mit einer Größenordnung von 300.000 Einwohnern und mehr. Ihre Stärken liegen vor allem in den Kategorien Mobilität, IT und Kommunikation. Einzig Essen erreicht trotz Einwohnerzahlen von mehr als 580.000 im Gesamtindex lediglich Platz 52. Insgesamt größere Schwierigkeiten haben demgegenüber Städte mit weniger als 150.000 Einwohnern: Bestplatziert in dieser Größenordnung sind Ingolstadt, das im Gesamtindex auf Rang 21 landet und – ein wenig dahinter – Ulm auf Platz 29. 

Weitere Informationen zum Smart City Index gibt es hier.

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