Eco-Studie: digital durch die Krise

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Laut Umfrage des Verbands der Internetwirtschaft greifen leitende Angestellte am häufigsten auf digitale Tools zurück. (Foto: eco)

So gravierend die Auswirkungen der Corona-Krise auch sind, so sehr hat sie dazu beigetragen, der Digitalisierung in Deutschland einen entscheidenden Stoß zu versetzen. Eine jüngst im Auftrag des Verbands der Internetwirtschaft (eco) durchgeführte Umfrage deckt auf, dass insbesondere Studenten und leitende Angestellte digital vorweggehen. Fast 70 Prozent der Befragten sind gar der Auffassung, dass die Krise Deutschland ohne digitale Technologien noch härter getroffen hätte.

(Grafik: eco)

“In Zeiten von Abstandsregelungen und Ausgehbeschränkungen bieten digitale Technologien und Dienste verlässliche und funktionierende Möglichkeiten, dennoch miteinander zu kommunizieren, zusammen zu arbeiten und Einkäufe von zuhause aus zu erledigen”, sagt der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Internetwirtschaft (eco), Oliver Süme. Wie sehr digitale Technologien den Alltag deutscher Bundesbürgerinnen und Bundesbürger inzwischen durchdringen, haben das Berliner Meinungsforschungsinstitut Civey und eco in einer gemeinsamen Umfrage ermittelt. Dieser zufolge hat während der Krise fast jeder Vierte auf die Möglichkeiten digitaler Arbeit wie etwa Home-Office umgesattelt. Besonders technologieaffin zeigen sich Studierende und Angestellte in Führungspositionen, von denen 73,1 Prozent bzw. 50,4 Prozent auf digitale Tools zurückgreifen. Die breite Mehrheit (68,8 Prozent) ist sogar der Überzeugung, dass die Auswirkungen der Corona-Krise in Deutschland noch schlimmer ausgefallen wären, hätten digitale Technologien nicht bereit gestanden.

(Grafik: eco)

Es bleibt Luft nach oben

Dieselbe Euphorie zeigt sich in diversen Sektoren des öffentlichen Lebens. So geben 20,7 Prozent an, in Zeiten der Krise mehr online einzukaufen als bisher, in der Altersgruppe der 40 bis 49-Jährigen sind es sogar 28,2 Prozent. Ebenso großer Beliebtheit erfreuen sich derzeit soziale Medien, die von 25,6 Prozent der Bürgerinnen und Bürger verstärkt genutzt werden. Einen großen Zuwachs verzeichnen E-Learning-Plattformen, auf die aktuell 28,9 Prozent der 18 bis 29-Jährigen sowie 45,7 aller Auszubildenden zurückgreifen. Trotz des Anstiegs sieht der Vorstandsvorsitzende des eco noch Luft nach oben: “Leider nutzen viele Bildungsreinrichtungen in Deutschland bislang nur einen Bruchteil der Möglichkeiten und Innovationspotentiale digitaler Technologien”, so Süme. In der aktuellen Krisensituation zeige sich, wie enorm wichtig es sei, digitale Grundkenntnisse und Kompetenzen für einen mündigen und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien zu vermitteln.

Die von Civey im Auftrag des eco durchgeführte Umfrage fand vom 09. bis 10. April statt. Befragt wurden rund 2.500 Bürgerinnen und Bürger, wobei der statistische Fehler der Gesamtergebnisse bei 3,4 Prozent liegt.

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