Permanent im Innenministerium

0
669
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU, hier auf dem Europäischen Polizeikongress des Behörden Spiegel in Berlin) hat den Kampf gegen Kinderpornografie und den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen nun dauerhaft in seinem Haus verankert. (Foto: BS/Giessen)

Der Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie wird ab sofort dauerhaft im nordrhein-westfälischen Innenministerium verankert. Das Referat “Kindesmissbrauch/Besondere Kriminalitätsangelegenheiten” wird im Bereich des Landeskriminaldirektors in der Polizeiabteilung angesiedelt. Das kündigte Ressortchef Herbert Reul (CDU) an.

Er sagte: “Damit bekommt dieser Phänomenbereich auch dauerhaft die Aufmerksamkeit, die er verdient. Wir haben das Thema jahrzehntelang unterschätzt − als Polizei, aber auch als gesamte Gesellschaft. Das darf in Zukunft nie wieder passieren.”, so der Minister. Die Einrichtung des neuen Referats ist eines der Ergebnisse der Arbeit der Stabsstelle “Kindesmissbrauch/Kinderpornografie”, die im April vergangenen Jahres ihre Arbeit im Düsseldorfer Innenministerium aufnahm. Ihre Mitglieder waren von Minister Reul damit beauftragt worden, die Strukturen und Prozesse bei der kriminalpolizeilichen Bearbeitung von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie in der nordrhein-westfälischen Polizei umfassend zu analysieren und anschließend Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Bearbeitung in Kriminalhauptstellen

Inzwischen wurde das Personal zur Bekämpfung dieser Deliktfelder auf rund 400 Beschäftigte fast vervierfacht. Alle Ermittler arbeiten inzwischen landesweit nach einheitlichen Standards. Die 47 regionalen Kreispolizeibehörden und das Landeskriminalamt (LKA) wurden zudem durch Datenautobahnen zu einem “virtuellen Großraumbüro” vernetzt. Bis 2021 werden allein in die dafür erforderliche Hard- und Software mehr als 32 Millionen Euro investiert. “Das schafft Synergien und vermeidet Doppelt- und Dreifach-Arbeiten”, unterstrich Reul.

Fälle des sexuellen Missbrauchs sollen zudem künftig − ebenso wie Kapitalverbrechen − in den 16 sogenannten Kriminalhauptstellen des Landes bearbeitet werden. Der CDU-Politiker betonte: “Die Botschaft ist klar: Kindesmissbrauch hat in der Kriminalpolizei denselben Stellenwert wie Mord.”

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here