Nationaler Wald-Schutzschirm gefordert

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Die Fichte gilt als die gefährdetste deutsche Baumart. Gleichzeitig nimmt sie den größten Flächenanteil am bestockten Holzboden ein. (Foto: ybernardi, pixabay.com)

Das dritte Dürrejahr in Folge, Borkenkäferbefall, Waldbrände und nun auch noch Corona – die deutschen Wälder sind stark gefährdet. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) und der Gemeindewaldbesitzerverband Nordrhein-Westfalen befürchten, dass ohne eine zusätzliche Soforthilfe “Waldrettung” die Kommunen die Zukunftsaufgabe “Wiederbewaldung und Umbau zu klimarobusten Mischwäldern” nicht mehr schaffen werden. Sie fordern daher einen finanziellen Schutzschirm.

“Wenn der Wald der Zukunft anders aussehen soll als der Wald der Vergangenheit, dann müssen Bund und Länder dem Kommunalwald grundsätzlich unter die Arme greifen. Bäume sind für die Zukunft des Klimas entscheidend. Nichts ist gefährlicher, als wenn unsere Wälder diese Aufgaben zukünftig nicht mehr erfüllen können”, so Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen haben auch negativen Einfluss auf die Forstwirtschaft. So müssen Sägewerke zeitweise schließen oder in Kurzarbeit gehen und Holzabnahmen werden verschoben. Globale Lieferketten werden unterbrochen, was die Vermarktungslage erschwert.

Die Einschränkung der Reisefreiheit führt zu regional und betrieblich differenziertem Mangel an ausländischen Arbeitskräften, was die Wiederbewaldung, den Waldumbau und die Kalamitätsbewältigung erschwert, heißt es vom DStGB. Darüber hinaus brechen den Kommunen auch die Steuereinnahmen weg, die in der Vergangenheit in der Not auch immer finanzieller Rückhalt für den Wald waren. Bernhard Halbe, Vorsitzender des Gemeindewaldbesitzerverbandes Nordrhein-Westfalen und Bürgermeister von Schmallenberg, betont, dass empfindliche Liquiditätsprobleme daher nicht nur Privatwaldbesitzer treffen. Gerade auch viele ländliche Kommunen, für deren Haushalt die Einnahmen aus dem Wald von großem Gewicht waren, stünden heute handlungsunfähig dar.

Deshalb bedürfe es einer Sofortprämie “Waldrettung”. Bund, Länder und Kommunen sollen sich einigen, an welchen Parametern sich diese Hilfszahlungen orientieren sollen, wie zum Beispiel an der Menge des Schadholzanfalles, der wiederzubewaldenden Kalamitätsflächen, der klimagerecht umzubauenden Fläche an Nadelholzbeständen oder allgemein der Forstbetriebsgröße.

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