Amtshilfe in Gesundheitsämtern

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Das Bundesland Brandenburg dankt der Bundeswehr für die Amtshilfe. (Grafik: BS/Innenministerium Brandenburg)

Seit Ende April unterstützt die Bundeswehr mehrere Gesundheitsämter in Brandenburg bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Die Potsdamer Landesregierung hatte diese Amtshilfe Anfang des Monats beantragt, um personell stark ausgelastete Gesundheitsämter gezielt unterstützen zu können. Um sich über den Start diese Unterstützungsleistung zu informieren, besuchten Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (beide CDU) das Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen. Dort sind zehn Soldaten des Informationstechnikbataillons 381 eingesetzt.

Die jetzt gestartete Unterstützungsleistung, so Stübgen, sei bisher einmalig in Deutschland: “Ob Hochwasser oder Waldbrand – wir können uns in Brandenburg immer auf die großartige Unterstützung der Bundeswehr verlassen. Auch im Einsatz gegen die Viruspandemie stärken uns die Soldatinnen und Soldaten den Rücken. (…) Die Nachverfolgung von Infektionsketten ist das effizienteste Mittel zur Eindämmung des Virus. Dafür braucht man aber viel Personal. Deswegen ist die Hilfe der Bundeswehr ein enorm wichtiger Beitrag. Wir beschreiten damit vollkommen neue Wege. Diese Art der Unterstützung hat es bisher noch nicht gegeben. Ich bin mir aber sicher, dass das Brandenburger Modell deutschlandweit Schule machen kann.”

In der Tat. Es gibt schon Amtshilfeersuchen für Gesundheitsämter aus anderen Bundesländern. Wie vom Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr (KdoTerrAufgBw) zu erfahren war, handelt es sich dabei um Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Thüringen. In Bayern sind bereits drei Sanitätsoffiziere in Gesundheitsämtern im Einsatz.

Mittlerweile arbeiten insgesamt schon rund 150 Soldaten des “Einsatzkontingents Corona KdoTerrAufgBw” in Gesundheitsämtern. Den Schwerpunkt bildet bisher Brandenburg. 19 Teams werden mit jeweils fünf Soldaten in acht verschiedenen Regionen eingesetzt: in Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Barnim, Cottbus, Dahme-Spreewald, Oberhavel, Havelland und Märkisch-Oderland. Die Soldaten kommen aus dem Informationstechnikbataillon 381 in Storkow (Mark), dem Logistikbataillon 172 in Beelitz (Landkreis Potsdam-Mittelmark), dem Fernmeldebataillon 610 in Prenzlau (Landkreis Uckermark) und dem Feldjägerregiment 1 aus Berlin.

Innenminister Stübgen und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer nutzten den Termin in Königs Wusterhausen, um mit der Leiterin des dortigen Gesundheitsamtes, Dr. Astrid Schumann, dem Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge, und dem Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, Oberst Olaf Detlefsen, den Start der Unterstützungsleistung zu besprechen.

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