Elf Prozent aller Beschäftigten 2018 im ÖD tätig

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Ein Grund, weshalb der Öffentliche Dienst in den letzten Jahren wieder stärkeren Zulauf erhielt, ist der Ausbau der Kindertagesbetreuung. (Foto: Westfale/pixabay.com)

Als Arbeitgeber erfreut sich der Öffentliche Dienst großer Beliebtheit: Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren im Jahr 2018 rund 4,8 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor tätig. Statistisch entspricht das mehr als jedem zehnten Erwerbstätigen in Deutschland. Zuwächse gab es vor allem infolge des Ausbaus der Kindertagesbetreuung, erklärt das Statistische Bundesamt. Auch die Beschäftigtenzahlen an Hochschulen und bei der Polizei sind gestiegen.    

Zum Stichtag 30. Juni 2018 waren rund 4,8 Millionen Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst tätig, so das Ergebnis einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai. Gemessen an der Gesamtzahl aller 44,85 Millionen Erwerbstätigen war damit für den Erhebungszeitraum mehr als jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland im öffentlichen Sektor beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr 2017 bedeutet das einen Zuwachs von 63.000 Beschäftigten, was einem Plus von 1,3 Prozent entspricht. Maßgeblich verantwortlich für den Anstieg sei der Ausbau der Kindertagesbetreuung mit einem Plus von 62 Prozent sowie Steigerungen im Hochschulbereich, teilt Destatis mit. Nach erheblichen Personalrückgängen in den Neunziger- und Nullerjahren – ein Ergebnis der Privatisierung von Bundesbahn, -post und kommunalen Krankenhäusern – behält der Öffentliche Dienst damit seinen Aufwärtstrend bei und behauptet seine Stellung als größter Arbeitgeber Deutschlands. Das spiegelt sich auch in den Zahlen der Polizei, die ihr Personal von 2008 bis 2018 um 6,7 Prozent auf 327.400 Mitarbeiter steigern konnte.

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Staatsdienst ist heterogen

In seiner Personalverteilung ist der öffentliche Sektor dabei äußerst heterogen. Während die Hälfte (50 Prozent) der Mitarbeiter im Dienst der Länder steht, also beispielsweise für Schulen oder Universitäten tätig ist, sind lediglich zehn Prozent beim Bund beschäftigt, der neben den Bundesministerien auch die Bundespolizei und den Verteidigungssektor umschließt. Ungefähr ein Drittel arbeitet auf kommunaler Ebene, weitere acht Prozent entfallen auf den Bereich der Sozialversicherung, die Bundesagentur für Arbeit eingeschlossen.

Ähnlich differenziert stellt sich die Altersstruktur dar. Am jüngsten sind die Mitarbeiter des Bundes mit durchschnittlich 41,6 Jahren. Als möglichen Grund nennt Destatis den hohen Anteil junger Berufs- und Zeitsoldaten sowie die hohe Ausbildungsquote. Es folgen die Länder mit einem Durchschnittsalter von 44,0 Jahren. Im Vergleich am ältesten ist laut Statistik die Belegschaft im kommunalen Bereich, die im Jahr 2018 im Schnitt 45,6 Jahre zählte. Insgesamt ist beinahe jeder vierte Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst über 55 Jahre, was darauf schließen lässt, dass auch in den kommenden Jahren mit einer hohen Zahl an Pensionierungen zu rechnen sein wird.  

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Neueinstieg meist auf befristeter Basis

Neueinsteiger auf der anderen Seite starten inzwischen häufig mit einer Befristung ins Berufsleben. Bei den unter 35-Jährigen lag die Zeitvertragsquote während der letzten Dekade zwischen 34 und 38 Prozent. Insgesamt belief sich die Befristungsquote im Öffentlichen Dienst 2018 auf rund 15 Prozent. Besonders betroffen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Hochschulbereich, wo für den Erhebungszeitraum 46 Prozent auf zeitlich befristeter Basis angestellt waren. Große Unterschiede gibt es überdies im Verhältnis von Beamten und Angestellten in den unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Sektors: Während in der Kindertagesbetreuung, mit 95 Prozent eine Frauendomäne, keine Beamtinnen und Beamte beschäftigt sind, liegen die Zahlen bei der Polizei mit fast neun von zehn deutlich höher. 

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