Klaus Vitt in den Ruhestand verabschiedet

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War auch immer gern gesehener Gast auf dem Digitalen Staat des Behörden Spiegel: der scheidende Bundes-CIO Klaus Vitt. (Foto: BS/Dombrowsky)

Mit “Augenmaß, Verantwortungsgefühl und Leidenschaft” habe er die Digitalisierung von Staat und Verwaltung vorangetrieben. Mit diesen Worten würdigte Bundesinnenminister Horst Seehofer zum Abschied den Staatssekretär im Bundesinnenministerium und CIO der Bundesregierung Klaus Vitt, der zum Ende des April in Ruhestand gegangen ist.

Der Öffentliche Dienst habe sich in den viereinhalb Jahren seines Wirkens spürbar verändert, was man zu großen Teilen “seinem unermüdlichen Einsatz” zu verdanken habe. Aber nicht nur Einsatz habe Vitt mit in die Arbeit eingebracht, sondern auch ein großes Expertenwissen rund um das Thema Digitalisierung. Ein solches Expertenwissen, dass der studierte Informatiker aus Studium und seiner beruflichen Laufbahn mit in die öffentliche Verwaltung gebracht hatte, sei laut dem Minister in der Politik selten anzutreffen, gerade beim Schlüsselthema Digitalisierung aber fast unabdingbar. Mit diesem Know-how habe Vitt bis zuletzt in die Corona-Krise hinein die Arbeit des Ministers unterstützt: “Auch mir persönlich haben Sie sehr viel beigebracht – und dieses Wissen hat mich in die Lage versetzt, beim Thema Corona-App so zu intervenieren, dass es nun keinen bundesweiten zentralistischen Ansatz gibt”, so Seehofer.

Onlinezugangsgesetz als bleibendes Erbe

Das Großprojekt, das wohl am meisten mit dem Wirken des Westfalen Vitt in Verbindung bleiben wird, ist die Konzeption und den Anschub der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG).

Aber auch andere Projekte hat der scheidende Bundes-CIO vorangetrieben. Beispiele sind das E-Rechnungsportal und die E-Akte des Bundes, mit denen sich die Bundesverwaltung moderner und digitaler aufstellen konnte.

Schöner Abschluss des Berufslebens

Klaus Vitt selbst bedankte sich im Rahmen seiner Verabschiedung für das Vertrauen und nannte seinen Dienst als Staatssekretär im BMI einen sehr schönen Abschluss seines beruflichen Lebens. Obwohl er im Laufe seiner Karriere eine ganze Reihe verschiedener Unternehmen und Organisationen kennengelernt habe, seien die Möglichkeiten der Gestaltung nirgendwo größer gewesen als in seiner Funktion als Staatssekretär und Bundes-CIO.

Dabei habe er sich in der ersten Zeit im BMI vor allem mit den formalen Kriterien sehr schwergetan. Gewundert habe ihn auch, wie viele Vorgänge ihm in Papierform vorgelegt worden seien. In Folge dessen habe er sich für die Einführung von elektronischen Vorlagen stark gemacht, was im Jahr 2015 noch einen Verstoß gegen die Geschäftsordnung dargestellt habe. Heute lass sich das Prozedere aus dem täglichen Betrieb hingegen nicht mehr wegdenken.

Mit seinem Nachfolger im Amt des Staatssekretärs und Bundes-CIOs, Dr. Markus Richter, hat Klaus Vitt bereits im Rahmen der Digitalisierung des Asylverfahrens zusammengearbeitet, die im Zuge der Migrationswelle um die Jahre 2015 und 2016 herum im Eiltempo durchgeführt worden war. Richter war zu diesem Zeitpunkt Leiter der IT-Abteilung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Zuletzt war er als Vizepräsident in der Nürnberger Bundesbehörde tätig.

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