Landkreise brauchen Beinfreiheit

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Der Deutsche Landkreistag möchte in die Entwicklung einer Tracing-App einbezogen werden. (Foto: geralt, pixabay.com)

Der Deutsche Landkreistag (DLT) begrüßt die Bund-Länder-Beschlüsse zur weiteren Eindämmung des Infektionsgeschehens. Der Ansatz, bei örtlich unterschiedlichen Betroffenheiten unterschiedliche Entscheidungen zu treffen, bestätige sich dadurch. Bezüglich der “Corona-App” erwartet der kommunale Spitzenverband, einbezogen zu werden.

Präsident Landrat Reinhard Sager erklärt zum Beschluss: “Wir fahren mit dem derzeitigen abgestuften Vorgehen sehr gut. Die Landkreise benötigen in dieser Hinsicht eine gewisse Beinfreiheit und müssen nach wie vor eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können.” Es müsse auch künftig möglich sein, auf unterschiedliche Situationen in den Landkreisen unterschiedlich zu reagieren. Auf diese Weise sei es bislang gelungen, die örtlich begrenzten Infektionsherde zu beherrschen.

Gleichwohl sei es sinnvoll, dass sich Bund und Länder auf einen Mechanismus zum Umgang mit weiteren Neuinfektionen verständigt und insofern eine Relevanzschwelle verabredet hätten, ab der bestimmte Beschränkungen notwendig sein sollen. “Diese Schwelle muss aber nach wie vor regional angepasste Maßnahmen durch die Gesundheitsämter der Landkreise ermöglichen,” so Sager. Bisher seien diese gut aufgestellt, was die Nachverfolgung der Infektionsketten angeht.

“Spätestens bei einer zweiten drohenden Corona-Welle im Herbst kann einer Corona-App aber eine große Bedeutung zukommen, um das Infektionsgeschehen auch unter verschärften Bedingungen im Griff zu behalten. Daher ist für uns von großer Bedeutung, dass eine solche App auch einen Mehrwert für die Gesundheitsämter der Landkreise bietet und wir insofern in die Entwicklung einbezogen werden”, so der DLT-Präsident.

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