Die lange Gefahr des Zweiten Weltkrieges

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Rund 22 Millionen Euro mussten für die Kampfmittelbeseitigung aus dem Landeshaushalt 2019 aufgewendet werden. (Foto: BS/Feldmann)

Auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Gefahr durch Bombenblindgänger nicht geringer geworden. Allein im vergangenen Jahr entschärften und räumten Experten der Kampfmittelbeseitigung 2.160 Bomben in Nordrhein-Westfalen. 307 der Blindgänger wogen mehr als 50 Kilogramm. Dies geht aus der Jahresstatistik Kampfmittelbeseitigung NRW 2019 hervor.

Damit haben die Kampfmittelbeseitigungsdienste in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zum Jahr 2018 651 Bomben weniger unschädlich gemacht. Neben den Bombenblindgänger räumten die Experten auch Granaten, Minen, Handgranaten, Munition und andere Sprengmittel, sodass sich das Gesamtgewicht der geräumten Kampfmittel auf 123 Tonnen beläuft. Bei den Einsätzen des Dienstes kam keiner der 90 Beschäftigten zu Schaden. Die Beseitigung der Kampfmittel bleibe auch nach 75 Jahren nach Kriegsende eine Aufgabe für Generationen, so der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU).

Auch 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges werden Bomben und anderen Sprengkörper nicht ungefährlicher. Im Gegenteil. Man befürchtet, dass die Kampfmittel weiter korrodieren und die Bomben sowie die Zünder noch unberechenbarer werden.

Experten gehen davon aus, dass während des Zweiten Weltkrieges 1,3 bis 1,4 Millionen Tonnen Bomben bei Luftangriffen auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen wurden. Da die meisten Fliegerbomben weniger als eine Tonne wogen, wird die Anzahl der Sprengkörper auf eine zweistellige Millionenzahl geschätzt. Zehn bis 15 Prozent der abgeworfenen Kampfmittel sollen nicht detoniert sein und liegen seitdem teilweise metertief unter der Erde.

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