Kampfsystem “Kalaetron Attack”

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Das modulare, luftgestützte elektronische Kampfsystem “Kalaetron Attack” in Aktion: Kampfflugzeuge und Drohnen können in den Flugabwehr-Schutzschirm eindringen. (Foto: Grafik: BS/Hensoldt)

Der Sensor-Anbieter Hensoldt entwickelt unter der Bezeichnung “Kalaetron Attack” ein modulares, luftgestütztes elektronisches Kampfsystem, das feindliche Feuerleitradare in unterschiedlichen Distanzen neutralisieren und damit die Einsatzfähigkeit (“Freedom of Movement”) von eigenen und verbündeten Luftstreitkräften auch gegenüber modernsten Luftabwehrsystemen sicherstellen soll. “Kalaetron Attack” gilt als neuer Baustein der entsprechenden EloKa-Produktfamilie (Elektronische Kampfführung), die durch Einsatz digitalisierter Hardware und Künstlicher Intelligenz (KI) radargesteuerte Bedrohungen für Luftstreitkräfte erkennt und mit zielgerichteten elektronischen Gegenmaßnahmen (“Electronic Countermeasures”/ECM) unwirksam macht.

“Unser “Kalaetron Integral” erkennt mithilfe neuester Sensortechnologie frühzeitig radarbasierte Bedrohungen”, erklärt Celia Pelaz, Leiterin der Division Spectrum Dominance/Airborne Solutions. “Mit “Kalaetron Attack” kommt jetzt der aktive Anteil elektronischer Störung (“Jamming”) dazu, der diese Bedrohungen durch exakt nachgebildete Störsignale entweder blendet oder täuscht. So erweitert “Kalaetron Attack” die Einsatzmöglichkeiten von Kampfflugzeugen, die damit auch in abgeriegelten “Anti-Access/Area-Denial”-Zonen (A2/AD) operieren können.”

“Kalaetron Attack” entdeckt und identifiziert nach Unternehmensangaben Flugabwehrstellungen aufgrund seiner digitalen Auslegung in einem großen Frequenzbereich sehr schnell. Das Gerät wendet Techniken der Künstlichen Intelligenz an, um aus einer großen Menge aufgefangener Impulse neue Bedrohungsmuster zu erkennen. Das ist besonders wichtig, um neueste Luftverteidigungsradare zu identifizieren, die eine extrem große Frequenzbandbreite abdecken oder in Sekundenbruchteilen zwischen bestimmten Frequenzen hin- und herspringen.

Das Störsystem kann mithilfe von Antennendesigns mit elektronischer Strahlschwenkung (“Active Electronically Scanning Array”/AESA), einer digitalen Signalverarbeitung und KI-Algorithmen flexibel auf wechselnde Bedrohungen eingestellt werden. Die Produktfamilie soll so die Basis nicht nur für die Fähigkeit von Kampfflugzeugen zur EloKa (“Electronic Combat Role”/ECR) und für den Begleitschutz von Flugzeugverbänden (“Escort Jamming”), sondern auch für den Schutz von Verbänden aus großer Distanz (“Stand-off Jamming”) bilden. Erfahrungen aus Konflikten der jüngsten Zeit sollen gezeigt haben, dass Flugzeuge in Zukunft nur mit einer solchen Ausrüstung gegenüber der Bedrohung durch die neuesten Flugabwehrsysteme eingesetzt werden könnten.

Mit “Kalaetron Attack” möchte Hensoldt als deutsches Sensorhaus eine nationale Antwort für das Programm “Luftgestützte Wirkung im elektromagnetischen Spektrum” (luWES) sicherstellen und einen wesentlichen Beitrag für die zukünftige europäische Rüstungskooperation beim FCAS (“Future Combat Air System”) leisten.

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