Denkmalschutz digital

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Neue Technologien im Dienst des Alten: Mit dem Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung können Bürgerinnen und Bürger der Bundeshauptstadt etwa bauliche Veränderungen eines denkmalgeschützten Gebäudes digital beantragen. (Foto: Wikilmages/pixabay.com)

Trotz weitläufiger Zerstörungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs verzeichnet die Bundeshauptstadt Berlin noch immer eine hohe Altbaudichte. Entsprechend groß ist der Andrang bei den Berliner Denkmalbehörden, die im Jahr bis zu 30.000 schriftliche Anträge auf denkmalrechtliche Genehmigung erreichen. Das dürfte sich künftig ändern, denn ab sofort können Anträge auch digital eingereicht werden.

Bürgerinnen und Bürger der Bundeshauptstadt Berlin können Anträge zum Denkmalschutz nun auch digital einreichen. Ein entsprechendes Formularangebot kann ab sofort auf dem Service-Portal Berlin online abgerufen werden. Eigentümern eines denkmalgeschützten Gebäudes wird damit beispielsweise die Möglichkeit eröffnet, Anträge auf bauliche Veränderungen über digitale Kanäle einzureichen. Unterstützt werden sie durch einen digitalen Assistenten, der beim Ausfüllen des Formulars unter die Arme greift. Einmal eingereichte Anträge werden im Anschluss in das digitale Fachverfahren der Denkmalschutzbehörde übernommen, wo sie zügig weiter bearbeitet werden können. “Unser Digitaler Antrag ist ein Werkzeug, mit dem die Verwaltung nach und nach ihren Onlineservice für die Berlinerinnen und Berliner ausbaut. Damit reduzieren wir Wege- und Wartezeiten. Die Berliner Behörden können den standardisierten Digitalen Antrag nutzen, um ihre Dienstleistungen vollkommen digital und papierlos anzubieten”, sagt Sabine Smentek, Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, die bei der Erstellung des Online-Antrags gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa zusammengearbeitet hat.

Erster Schritt getan

Dabei sei der neue Online-Antrag erst der Auftakt für ein breitangelegtes Digitalisierungsvorhaben, erklärt Gerry Woop, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. “Dieser Antrag ist erst der Anfang, denn nach und nach werden wir alle denkmalrechtlichen Anträge, die im Onlinezugangsgesetz aufgeführt sind, digitalisieren. Wir gestalten damit Arbeitsabläufe schnell und effizient”, so Woop. Allerdings bedeute dies nicht, dass der persönliche Kontakt zu den Denkmalbehörden künftig eingestellt werde. “Natürlich werden den Berlinerinnen und Berlinern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Denkmalbehörden auch weiterhin persönlich bei Fragen zur Verfügung stehen”, versichert der Staatssekretär. 

Weitere Services stehen bereit

Der Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung rechnet zu den ersten digitalen Antragsverfahren in der Hauptstadt. Weitere Anträge im Online-Format seien bereits in der Erstellung und würden in den kommenden Monaten zur Verfügung gestellt, heißt es aus der Senatsverwaltung. Im Einsatz sei die Technik schon bei Anträgen auf Entschädigung gemäß Infektionsschutzgesetz und zur Feststellung und Durchsetzung der zulässigen Miethöhe. Für einen reibungsfreien Ablauf stelle das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) die entsprechende Infrastruktur bereit. 

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