Wieviel Reservisten hat die Bundeswehr?

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Zwischen Zivil und Uniform: Reservisten der Bundeswehr (Foto: BS/Bundeswehr, Torsten Kraatz)

Die Reserve der Bundeswehr ist für die Landes- und Bündnisverteidigung, für den Heimatschutz sowie für die Einsätze im Rahmen des internationalen Krisenmanagements ein unverzichtbarer Bestandteil der Bundeswehr. Sie gewährleistet den Aufwuchs der Streitkräfte im Spannungs- oder Verteidigungsfall und stellt die Durchhaltefähigkeit sicher. Darüber hinaus deckt die Reserve Vakanzen im Grundbetrieb, verstärkt die aktive Truppe bei Projekten und dient als Mittler zwischen Bundeswehr und Gesellschaft.

Gemäß der Definition des Reservistengesetzes, das es seit 2012 gibt, ist lebenslang Reservist der Bundeswehr, wer als früherer Soldat den Dienstgrad nicht verloren hat. Hierunter fallen etwa zehn Millionen Menschen, überwiegend ehemalige Grundwehrdienstleistende. Spätestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres können Reservisten nicht mehr zum Dienst herangezogen werden. Hierbei gibt es jedoch Abstufungen: Etwa 900.000 Reservisten der Bundeswehr sind gemäß § 59 Soldatengesetz (SG) für Reservistendienst heranziehbar. Die Heranziehung setzt die wehrrechtliche Verfügbarkeit, insbesondere die gesundheitliche Eignung, voraus. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall können alle wehrrechtlich verfügbaren und nicht unabkömmlich gestellten Reservisten bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres einberufen werden.

Etwa 29.000 Reservisten sind auf besonders ausgewiesenen Stellen in den Strukturen der Bundeswehr beordert, d.h. sie haben sich bereit erklärt, in einer bestimmten Dienststelle und für bestimmte Verwendungen regelmäßig als Reservist zu üben. Der Ergänzungsumfang der Streitkräfte beträgt derzeit etwa 60.000 Dienstposten für die Reserve und wird weiter wachsen. Der Bedarf an beorderten Reservisten ist somit derzeit nur zur Hälfte gedeckt. Der Bedarf an Dienstposten für die Reserve wird derzeit, vor dem Hintergrund der neuen Konzeption der Bundeswehr, durch die Organisationsbereiche neu ausgeplant. Es ist von einem zahlenmäßigen Aufwuchs des Ergänzungsbedarfes auszugehen.

Die neue Strategie der Reserve, welche die Verteidigungsministerin im Herbst des vergangenen Jahres erlassen hat, sieht zur Deckung dieses Bedarfs eine Grundbeorderung der ausscheidenden Soldaten für sechs Jahre vor. Am Prinzip der Freiwilligkeit des Reservistendienstes außerhalb des Spannungs- oder Verteidigungsfalls ändert die Grundbeorderung nichts.

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