Brandstatistik veröffentlicht

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Als Grundlage für die Brandstatistik dienten über 5.000 Gebäudebrandeinsätze aus dem ganzen Bundesgebiet. (Foto: BS/Benedict Rottmann, pixabay.com)

Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) veröffentlichte den Auswertungsbericht der vfdb-Brandschadenstatistik. Dazu analysierte eine Fachgruppe des Referats 14 “Brandschutzanlagen” des vfdb bundesweit mehr als 5.000 Gebäudebrandeinsätze. Ziel war es, die Wirksamkeit von Brandschutzmaßnahmen zu untersuchen. Bislang hatte es in Deutschland keine einheitliche Brandstatistik gegeben.

Auf über 500 Seiten beschreiben die Autoren das Brandgeschehen statistisch und konnten so verlässliche Erkenntnisse über Brände und Feuerwehreinsätze in Deutschland gewinnen sowie Risikoschwerpunkte identifizieren. So konnte in der Brandstatistik als Schwerpunkt die “Küche” benannt werden. In 27 Prozent aller Gebäudebränden ging der Brand von dieser Räumlichkeit aus. Bei Wohngebäuden lag diese Zahl sogar bei fast 50 Prozent.

Ebenso konnten die Autoren feststellen, dass bei 85 Prozent der Einsätze Brände bis zum zweiten Obergeschoss ausbrechen. Damit könne man die Definition des sogenannten “kritischen Wohnungsbrandes” untermauern. Unter einem “kritischen Wohnungsbrand” versteht man einen Wohnungsbrand in einem mehrstöckigen Gebäude, bei dem neben der Brandbekämpfung auch Personen bei verrauchten Rettungswegen gerettet werden müssen.

Durch die Statistik konnte zudem die Wirksamkeit von Brandschutzmaßnahmen nachgewiesen werden. Dabei verglichen die Autoren Brände mit und ohne Schutzmaßnahmen anhand von Schadenskriterien, wie den geschätzten Sachschaden, die Brandausbreitung beim Eintreffen der Einsatzkräfte, die Rauchausbreitung, die Begehbarkeit von Flucht- und Rettungswegen und den erforderlichen Löschmitteleinsatz. Bei Bränden mit Brandschutzmaßnahmen, wie Brandmeldeanlagen oder Rauchabzugsanlagen, fielen die Schadenskriterien deutlich besser aus.

Vergleich zwischen Freiwilligen Feuerwehren und Berufsfeuerwehren

Im Auswertungsbericht wird zudem ein Vergleich zwischen den Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehren, den Berufsfeuerwehren und den Werkfeuerwehren beleuchtet. Dabei zeigten sich Unterschiede im Einsatzgeschehen, jedoch kaum Unterschiede bei den Schadenskriterien. Besonders gering fielen die Schadenskriterien bei den Werkfeuerwehren aus. Als Gründe nannten die Autoren den hohen Stand der Brandschutzmaßnahmen und die guten Ortskenntnisse.

Verantwortlich für den Bericht zu der vfdb-Brandschadenstatistik zeigten sich als Herausgeber Sebastian Festag, Leiter des Arbeitskreises “Statistik” im Referat 14 “Brandschutzanlagen” bei der vfdb, und Prof. Dipl.-Ing. Ernst-Peter Döbbeling von Hochschule Furtwangen im Schwarzwald. Dort lehrt er Sicherheitstechnik und Gefahrenabwehr.

Der Auswertungsbericht zur vfdb-Brandschadenstatistik findet sich hier.

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