Anklage wegen Politiker-Datenleak erhoben

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"0rbit" soll in sechs Fällen versucht haben, Bundestagsabgeordnete zu erpressen. (Foto: j0nqh, www.pixabay.com)

Vor anderthalb Jahren soll er private Mails, Dokumente und Fotos von Politikern gestohlen und ins Netz gestellt haben. In einigen Fällen soll er versucht haben, die Betroffenen zu erpressen. Nun hat die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main die Anklageschrift gegen den mutmaßlichen Täter mit dem Hacker-Namen 0rbit eingereicht.

Schlagzeilen machte der Fall Anfang 2019. In Form eines Adventskalenders waren große Mengen privater Daten von Hunderten Politikern aller Ebenen sowie von Journalisten und weiteren Prominenten im Netz veröffentlicht worden. In den meisten Fällen waren überwiegend Adressen und Telefonnummern betroffen. In rund 60 Fällen ging es auch um private Kommunikationsverläufe und persönliche Dokumente und Fotos.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Verdächtige Johannes S. im Vorfeld versucht haben, sechs Bundestagsabgeordnete zu erpressen. Diese sollten ihm Bitcoins im Wert von etwa 900 Euro überweisen, um die Veröffentlichung zu verhindern.

Der Verdächtige aus der hessischen Stadt Homberg war schon im Januar 2019 festgenommen worden. Er wohnte damals noch bei seinen Eltern. Einen großen Teil der Daten soll er erlangt haben, indem er zuvor von anderen Kriminellen erbeutete Zugangsdaten der Opfer im Netz gekauft hatte. In einigen Fällen soll er sich über den Missbrauch der Passwort-Zurücksetzen-Funktion Zugriff auf Nutzerkonten verschafft haben.

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