BDLI setzt sich für Eurofighter ein

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Stolz der deutschen Luftwaffe: der Eurofighter (Foto: BS/Portugall)

Die jüngsten Beschaffungspläne des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) – der Behörden Spiegel berichtete darüber in seiner April-Ausgabe auf Seite 45 – stärken nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) das Kampfflugzeugsystem Eurofighter (EF) als Rückgrat der Deutschen Luftwaffe. Die im Zusammenhang mit dem Ersatz der ersten Tranche des Eurofighters und der “Tornado”-Ersatzbeschaffung beabsichtigte Beauftragung von 93 neuen Eurofightern sei ein klares Bekenntnis für dieses europäische Gemeinschaftsvorhaben. Neben Deutschland sind Großbritannien, Italien und Spanien daran beteiligt.

Die Zukunft dieses Mehrzweckkampfflugzeugs wäre durch den Auftrag und die damit verbundene Vielzahl neuer Fähigkeiten langfristig gesichert, so der Interessenverband in Berlin. Entscheidend für die Kontinuität der Ingenieurleistungen und Lieferketten in Deutschland sei die zeitnahe Beauftragung der EF-Anteile noch in dieser Legislaturperiode.

Das umfasst einerseits die Beschaffung neuer Eurofighter der Tranche 4 im Rahmen des “Quadriga”-Programms sowie die Definition des Leistungsumfangs für das vom BMVg in Aussicht gestellte Langzeitentwicklungsprogramm (LTE) für eine Tranche 5 des Eurofighters. Im Projekt “Quadriga” sollen sieben Zweisitzer und 26 Einsitzer beschafft werden – mit einer Option auf fünf weitere Einsitzer. Eine Entscheidung mit Bereitstellung der Finanzmittel wird im dritten Quartal dieses Jahres erwartet.

BDLI-Vize-Präsident für Verteidigung und Sicherheit, Michael Schreyögg, hebt hervor: “Mit der Beauftragung wären sowohl Arbeitsplätze als auch das damit verbundene technische und industrielle Know-how in Entwicklung und Fertigung nachhaltig abgesichert und der Technologiestandort Deutschland gestärkt – ein gerade in diesen Zeiten sinnvolles Investment.”

Martin Kroell, Mitglied des BDLI-Präsidiums und Mittelstandsbeauftragter für die militärische Luftfahrtindustrie im BDLI, ergänzt: “Die Eurofighter- Entscheidung gibt der Ausrüstungsindustrie die notwendige Planungssicherheit und trägt zur Standortsicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei.” Nach entsprechender Auftragserteilung könnte der Eurofighter weiterentwickelt und mit zusätzlichen Fähigkeiten ausgestattet werden, um in das künftige europäische FCAS-Projekt (“Future Combat Air System”) integriert zu werden.

BDLI-Präsident Dirk Hoke sagt dazu: “Diese Evolution des Eurofighters und das Vorantreiben der damit verbundenen Technologien sind wesentliche Bestandteile auf dem Weg zum europäischen Kampfflugzeugsystem der Zukunft.” So bleiben Hochtechnologiekompetenzen in Deutschland und Europa langfristig erhalten. “Es bedarf nunmehr eines raschen Beginns der Umsetzung. Hierfür sind in einem ersten Schritt das geplante AESA-Radar und die zeitnahe Beauftragung neuer Eurofighter als Ersatz für Tranche 1 im Rahmen des Quadriga- Projektes zu realisieren”, so BDLI-Vize-Präsident Schreyögg. Das AESA-Radar (“Active Electronically Scanned Array”) ist ein Radar-System mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung.

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