Bremen plant digitales Melde- und Informationssystem

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"Bremen nimmt hier eine absolute Vorreiterrolle ein, die später auch auf andere Gesundheitsämter übertragen werden kann", Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Senatorin Claudia Bernhard im Rahmen einer Pressekonferenz. (Foto: Senatspressestelle)

Bremen plant digitales Melde- und Informationssystem

Bei der Bekämpfung des Corona-Virus lautet der entscheidende Faktor Zeit. Digitale Lösungen könnten dabei helfen, den Austausch zwischen Gesundheitsämtern, Laboren und Corona-Ambulanzen zu beschleunigen, doch ist der Kommunikationsstandard im deutschen Gesundheitswesen nach wie vor das Fax. In Bremen soll sich das nun ändern. Dort sitzt derzeit ein Projektteam an der Entwicklung der Software-Lösung BREMIS.     

Aktuell ist das Matching von Corona-Daten noch ein weitgehend analoger Prozess: Meldungen aus Laboren und Ambulanzen werden per Fax an Gesundheitsämter versandt, wo sie erst einmal zusammengefügt werden müssen, ehe sie in digitale Systeme eingespeist werden können. Zwar hat das Robert Koch-Institut (RKI) 2014 damit begonnen, ein digitales Melde- und Informationssystem aufzubauen, doch könne DEMIS (Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz) für das auf Kreisebene organisierte Gesundheitsamt der Hansestadt Bremen vorhandene Digitalisierungsprobleme nicht lösen, heißt es aus dem Gesundheitsressort. Um beim Matching von Labormeldungen und Meldebögen von Beginn an auf digitale Wege zu setzen, hat der Senat das Projekt BREMIS (Bremer Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz) ins Leben gerufen. Bereits vor rund einem Monat wurde es auf den Weg gebracht. Mit Unterstützung aus der Digitalisierungsabteilung des Finanzressorts arbeitet seitdem das Bremer Gesundheitsressort an der Entwicklung der Software.

Anbindung an DEMIS vorgesehen

Mithilfe digitaler Anwendungen spare man Zeit, die man bei der Kontaktpersonennachverfolgung dringend benötige, sagt Bremens Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Claudia Bernhard. Das mache sich unter anderem dadurch bemerkbar, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern, die zuvor Papierbögen zusammenfügen mussten, nun an anderer Stelle verfügbar seien. Bereits im Juni soll die Software in Laboren, Ambulanzen, aber auch bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eingesetzt werden, so dass ein Matching im Gesundheitsamt über BREMIS erfolgen kann. Weitere Schritte sehen die Anbindung an die bereits bestehende Software-Lösung des Robert Koch-Instituts vor.  

“Bremen nimmt hier eine absolute Vorreiterrolle ein, die später auch auf andere Gesundheitsämter übertragen werden kann. Lange wurde die Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitsdienst vernachlässigt, jetzt schieben wir sie in Bremen verstärkt an”, so Bernhard weiter. Bei der Entwicklung wurden ferner auch datenschutzrechtlichen Fragen berücksichtigt, ebenso soll eine Einbindung in DEMIS in Zukunft möglich sein.

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