Fast 400 Clan-Einsätze in Berlin

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Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) will weiter strikt gegen Clan-Kriminalität in der Bundeshauptstadt vorgehen. (Foto: BS/Dombrowsky)

Die Berliner Polizei hat im vergangenen Jahr insgesamt 382 Einsätze im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Clan-Kriminalität durchgeführt. 104 dieser Einsätze fanden im Verbund mit anderen Behörden statt. Dazu gehören unter anderem der Zoll und die bezirklichen Ordnungsämter.

Dabei kontrollierten die Beamten 702 Objekte, darunter 190 Shisha-Bars, 322 Cafés oder Bars, 60 Wettbüros beziehungsweise Spielstätten, 25 Barber-Shops und elf Juweliere. Im Rahmen der Einsätze wurden 972 Straf- und 5.908 Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt. Zudem konnten nahezu 35.000 Euro beschlagnahmt werden, bei denen es sich um Handelserlöse aus Betäubungsmittelgeschäften handelt. Sichergestellt wurden außerdem 969 Verkaufseinheiten Betäubungsmittel, fast 32.000 unversteuerte Zigaretten, rund 550 Kilogramm nicht versteuerter Wasserpfeifentabak sowie 123 Autos und zwei Motorräder. Eingezogen wurden des Weiteren 104 Waffen und andere Gegenstände, die geeignet sind, Verletzungen zu verursachen.

Druck wird aufrechterhalten

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte dazu: “2019 war das Jahr, in dem wir den Druck deutlich erhöht haben.” Im Bereich der Clan-Kriminalität habe sich eine Parallelwelt entwickelt, die durch einen eigenen Kodex sowie die Ablehnung des geltenden Rechts gekennzeichnet sei. “Das konnten wir nicht länger dulden. Deshalb haben wir klar gemacht: Die Regeln des Rechtsstaates gelten ausnahmslos für alle”, so Geisel weiter. Das habe sich auch in diesem Jahr, in Zeiten der Corona-Krise nicht geändert. “Wir halten den Druck in allen Bereichen aufrecht”, machte der Sozialdemokrat deutlich.

Und Berlins Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik ergänzte: “Flexibilität, Beharrlichkeit und bewährte Ansätze sind, wie wir sehen, das Erfolgskonzept. Durch die stadtweiten Einsätze und die Arbeit des Zentrums für Analyse und Koordination zur Bekämpfung krimineller Strukturen führen wir genau dies zusammen.” Die Erkenntnisse aus den Schwerpunkteinsätzen und den Ermittlungen ermöglichten es der Polizei frühzeitig, zu erkennen, welche kriminellen Betätigungsfelder aufgetan und genutzt werden. So könne die Polizei schnell reagieren oder sich sogar strukturell vorbereiten, erläuterte Slowik.

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