Gewalt nimmt zu

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Polizisten werden immer öfter im Dienst physisch angegriffen. Foto: BS/Andreas Trojak, CC BY 2.0, www.flickr.com)

In Deutschland werden Polizisten im Dienst immer häufiger körperlich attackiert. Im vergangenen Jahr gab es über 36.000 Fälle des Delikts “Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen”. Das waren fast 3.000 Fälle mehr als im Vorjahr, wie aus einem Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) hervorgeht.

2018 waren noch “nur” 33.260 Fälle aktenkundig geworden. 2019 nahm ihre Zahl um 8,6 Prozentpunkte zu. Im vergangenen Kalenderjahr wurden bundesweit 69.466 Polizisten Opfer von Widerstandshandlungen sowie tätlichen Angriffen. Im Vergleich zu 2018 entspricht dieser einer Zunahme um 5,4 Prozentpunkte. Zugleich konnten mit 31.194 mehr Tatverdächtige ermittelt werden als noch 2018. Und die Aufklärungsquote in diesem Deliktfeld ist äußerst hoch. Sie liegt bei 98,5 Prozent.

Durchschnittlich 200 Opfer täglich

BKA-Präsident Holger Münch zeigte sich dennoch alarmiert: “Jeden Tag werden in Deutschland durchschnittlich 200 Polizistinnen und Polizisten Opfer von Gewalt.” Und der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, sagte: “Meine Kolleginnen und Kollegen erleben fast täglich Situationen, in denen ihnen unvermittelt Brutalität entgegenschlägt.” Üble Beleidigungen oder körperlicher Widerstand gehörten schon fast zum Dienstalltag. “Wenn Beamtinnen und Beamte heutzutage beispielsweise um Ausweise bitten, müssen sie damit rechnen, mit Fäusten geschlagen oder gefährlichen Werkzeugen angegriffen zu werden. Da es auch immer öfter vorkommt, dass Radmuttern privater Fahrzeuge unserer Kolleginnen und Kollegen gelockert werden, ist das Maß übervoll.”

Wer Polizeibeamtinnen und -beamte angreife, so Radek weiter, attackiere den Staat. Er forderte in diesem Zusammenhang die Justiz auf, dass ermittelte Straftäter mit aller Konsequenz bestraft werden. “Damit setzt die Gesellschaft ein Zeichen, dass solche Angriffe vom Staat nicht geduldet werden.”

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