Brandbekämpfung bei E-Autos

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Am 1. Januar 2020 waren laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rund 136.000 E-Autos auf deutschen Straßen zugelassen. (Foto: Markus Distelrath, pixabay.com)

Mit neuen Technologien kommt auch immer das Unbekannte. Dies lässt sich bei der Verbreitung von E-Autos beobachten. Zu den Fragen der Effizienz, der Infrastruktur oder der Klimaverträglichkeit gesellt sich auch die Frage nach der Sicherheit. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren stehen vor einem neuen Einsatzszenario, falls ein solches Fahrzeug verunglückt und in Brand gerät. Aber was ist bei der Brandbekämpfung zu beachten? Welche Gefahren gibt es bei Bränden von E-Autos?

Brände bei E-Autos entwickeln sich hauptsächlich im Inneren der Batterie. Hierbei entstehen in den einzelnen Zellen des Speichermediums sehr hohe Temperaturen. Zudem besteht die Gefahr des sogenannten “thermal runaway”, also der Brand springt von einer Zelle in die Nächste. Deshalb werden E-Autos durch Runterkühlen der Batterie gelöscht, um ein Überspringen zu verhindern.

Die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) und der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) empfiehlt deshalb, mit Wasser zu löschen, da dieses am besten zur Kühlung geeignet ist. Andere Löschmittel wie Metallbrandpulver, ABC-Pulver oder CO2 entfalten dabei nicht genügend Kühlwirkung. Dennoch ist dabei zu beachten, dass beim E-Autobrand mehrere Tausend Liter Wasser benötigt werden. Im Vergleich dazu reichen bei den Löscharbeiten von Autos mit Verbrennungsantrieb meistens mehrere Hundert Liter Wasser.

Schwierig bei Bränden von E-Autos ist die Feststellung, wann das Feuer erloschen ist. Deshalb sollte die Temperaturentwicklung mittels Wärmebildkamera beobachtet werden. Ein Temperaturanstieg kann auf ein erneutes Aufflammen innerhalb der Batterie hindeuten. Deshalb ist die Kühlung der Batterie besonders wichtig. Auch beim Abtransport sollte der zuständige Abschleppdienst über den Brand informiert werden, damit dieser Vorsichtsmaßnahmen treffen kann.

Gefahren von Elektro- und Verbrennungsmotoren vergleichbar

Grundsätzlich gehe jedoch von Fahrzeugen mit Elektro-Antrieb eine vergleichbare Gefahr wie von Fahrzeugen mit einem Verbrennungsmotor aus. Grund dafür sind die Fertigungsstandards, die zertifizierten Ladeeinrichtungen sowie Zellenüberwachung der Autos. Bei fachgerechter Handhabung sei das Gefahrenpotenzial als minimal einzustufen, so die Risikoeinschätzung von AGBF und des DFV.

Zudem hätten Brandversuche gezeigt, dass auch die Brände von Elektrofahrzeugen mit denen von Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsantrieb vergleichbar sind. Das bedeutet, dass die für hauptsächliche Rauch- und Wärmeentwicklung verbauten Kunststoffteile verantwortlich sind. Bei diesen Bränden können zudem karzinogene Stoffe und Schwermetallablagerungen entstehen. Eine besondere Gefahr geht natürlich von der spannungsgeladenen Batterie und den Bauteilen aus.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich

Dies bedeutet, dass bei einem E-Auto-brand besondere Maßnahmen zu ergreifen sind. So ist das Anlegen von Schutzausrüstung mit der europäischen Norm EN 469 und von Atemschutz erforderlich. Bei Auslaufen von größeren Mengen von Chemikalien aus der Batterie sollten die Einsatzkräfte nach der Feuerwehr-Dienstvorschrift (FwDV 500) zur Gefahrengruppe II Chemie (GG II C) vorgehen. Das heißt, dass Maßnahmen, wie die Verhinderung der Ausbreitung von freigesetzten Stoffen und die Verständigung der zuständigen Umweltbehörden, zu ergreifen sind.

Um der Gefahr des elektrischen Stroms zu begegnen, ist Abstandhalten geboten. Damit es nicht zur Ableitung des Stroms über den Wasserstrahl auf die Einsatzkraft kommt, sind Mindestabstände zwischen dem Strahlrohr und dem brennenden Auto einzuhalten. Die Abstände sind in der DIN VDE 0132 „Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen“ geregelt. Nach der Norm sollen bei Löscharbeiten mit einem Mehrzweckstrahlrohr von einem Brand mit Hochspannung mindestens zehn Meter Abstand gehalten werden. Erst nach diesem Abstand hat sich der Strahl so entfaltet, dass keine geschlossene Leitungsbahn mehr entsteht. Bei neueren Hohlstrahlrohren sind ähnliche Abstände einzuhalten.

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