Fortschritte bei GAIA-X

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Mit GAIA-X soll eine vernetzte Dateninfrastruktur entstehen, in der Daten sicher und vertrauensvoll ausgetauscht werden können; langfristiges Ziel ist ein offenes europäisches Ökosystem. (Quelle: BMWi)

Als GAIA-X im Oktober vergangenen Jahres zum ersten Mal vorgestellt wurde, galt es als Schlüsselprojekt, um die Abhängigkeit des Kontinents von ausländischen Cloud-Anbietern zu verringern. Danach wurde es vorerst still um das europäische Prestigevorhaben. Diese Woche meldeten sich nun Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung zu Wort und präsentierten gleich ein erstes Architekturkonzept.  

Das europäische Dateninfrastruktur-Projekt GAIA-X kommt langsam ins Rollen. Im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung, der neben Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire beiwohnten, wurden nun die weiteren Schritte bekannt gegeben. Dazu zählt ein erstes technisches Architekturkonzept, in dem die für GAIA-X zentralen Dienste, die einzuhaltenden Regeln sowie Anforderungen aus Sicht der Anwender definiert werden; für Letztere stand ein Pool von über 40 Use Cases zur Verfügung, heißt es aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Um die Angebots- und Nachfrageseite abzubilden, haben 22 Unternehmen – von ihnen je elf aus Deutschland und Frankreich – offiziell diejenige Organisation vorgestellt, in der sie im Rahmen des Projektes zusammenwirken werden. Alle Mitglieder verpflichten sich zur Einhaltung folgender Leitprinzipien: Schutz der Datensouveränität, der Datenverfügbarkeit, der Interoperabilität, der Portabilität, der Förderung der Transparenz und der fairen Teilhabe. Ferner wurden fünf Publikationen vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen und Organisationen erstellt wurden, um die weiteren Schritte im Detail vorzubereiten.

Die entsprechenden Paper finden sich hier.

Ein Projekt für Europa

Mit GAIA-X verfolgen Deutschland und Frankreich das Ziel, eine sichere Dateninfrastruktur aufzubauen. Langfristiges Ziel ist die Errichtung eines digitalen Ökosystems, das innovative datengetriebene Dienste und Anwendungen hervorbringen soll. Die Corona-Krise habe nochmals vor Augen geführt, wie wichtig die Digitalisierung sei, so Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Rahmen der Veranstaltung. Zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und auch, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, müsse Europa nun digitale Innovation mit aller Kraft vorantreiben. Mit seinem Fokus auf Datenökonomie sei GAIA-X ein großer “Zukunftsschritt”, betont Altmaier. Ähnliche Töne sind aus Frankreich zu vernehmen: “Die Corona-Krise hat gezeigt, dass wir dank unserer Daten Epidemien schneller und wirksamer überwinden können, sofern die Europäerinnen und Europäer Vertrauen in die Datensammlung und -speicherung haben. Mit GAIA-X können wir diese Voraussetzung einer sicheren Lösung bieten”, so der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire.  

Die Idee, beim Datenaustausch enger zusammenarbeiten zu wollen, sei erstmals im Februar 2019 aufgekommen und wurde im Oktober desselben Jahres im Zuge des deutsch-französischen Ministerrats zu einem gemeinsamen Ansatz fortentwickelt, heißt es aus dem BMWi. Auf dem Digital-Gipfel – ebenfalls im Oktober 2019 – wurde erstmals die Idee einer gemeinsamen Dateninfrastruktur präsentiert. Rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus der europäischen Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten derzeit daran, das Projekt zu realisieren.

Weitere Informationen zu GAIA-X gibt es hier.

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