MGCS-Studie zur Systemarchitektur beauftragt

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Auf der Rüstungsmesse Eurosatory im Juni 2018 bei Paris wurde von KNDS (KMW + Nexter Defence Systems) ein Technologieträger als "Euro Main Battle Tank" (E-MBT) vorgestellt. Der Demonstrator bestand aus dem Fahrgestell des Kampfpanzers "Leopard 2A7" und den Turm des "Leclerc". (Fotos: BS/Portugall)

“Das Main Ground Combat System” (MGCS) ist ein gemeinsames Rüstungsprojekt Deutschlands und Frankreichs zur Entwicklung eines Hauptkampfsystems Land. Das unter deutscher politischer Führung umzusetzende Vorhaben soll ab 2035 bei der Bundeswehr den Kampfpanzer “Leopard 2” und bei den französischen Landstreitkräften den “Leclerc” ablösen.

Die Vorbereitung dazu startete im Dezember des vergangenen Jahres mit der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) durch die beteiligten Firmen Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG (KMW), die Rheinmetall AG sowie auf französischer Seite die Nexter Systems SA. Nun soll eine erste Studie (“System Architecture Definition Study”/SADS Part 1”) für das künftige Landkampfsystem beginnen.

Ein entsprechender Vertrag zwischen den drei Unternehmen und dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), das stellvertretend für Deutschland und Frankreich agiert, wurde kürzlich geschlossen. Dieser Vertrag ist der industrielle Startschuss für den ersten Schritt des MGCS-Konzeptes. Auf dem deutsch-französischen Ministerratstreffen Mitte Oktober 2019 in Toulouse haben die Verteidigungsministerinnen beider Länder, Florence Parly und Annegret Kramp-Karrenbauer, ihr Engagement für die Entwicklung des MGCS bekräftigt.

Die ARGE ist als Gesellschaft nach deutschem Recht in der ersten Phase des Programms der Vertragspartner des öffentlichen Auftraggebers BAAINBw. Die drei Unternehmen sind in der ARGE mit gleichen Teilen vertreten, d.h. jeweils ein Drittel.

Ziel der Studie ist es, die finalen MGCS-Konzepte der vorangegangenen bilateralen Studienphase zu harmonisieren, weitere Details zu analysieren und eine gemeinsame plattformübergreifende Architektur vorzuschlagen. Die drei Vertragspartner werden dabei mehrere Aspekte verschiedener Konzepte bewerten: die technische Machbarkeit über den gesamten absehbaren Zeitraum des Programms, die Fähigkeit, die Einsatzanforderungen beider Streitkräfte zu erfüllen, Effizienz und Kompatibilität mit den jeweiligen nationalen Führungssystemverbunden (“Scorpion” in Frankreich und Digitalisierung landbasierter Operationen/D-LBO in Deutschland). Die Arbeitsanteile dieser SADS Part 1-Studie sollen jeweils hälftig verteilt werden.

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