Im Schlafanzug aufs Rathaus

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Nachdem sie bereits seit 2018 als Schirmherrin des Präsenzkongresses Digitaler Staat fungiert, hat Staatsministerin Dorothee Bär diese Rolle auch für den Digitalen Staat Online übernommen. (Foto: BS/Digitaler Staat Online)

Die Corona-Krise hat einen neuen Schwung in alle Aspekte der Digitalisierung von Staat und Verwaltung gebracht. Wurden Projekte vor der Pandemie als optional oder Luxus angesehen, so wurde nun allen Beteiligten vor Augen geführt, dass digitale Prozesse und Verfahren notwendig für eine erfolgreiche Gesellschaft in Zukunft und Gegenwart sind.

Dass die Digitalisierung eben kein Luxus ist, sondern eine absolute Pflichtaufgabe, betonte die Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär, in ihrer Eröffnungsrede des Digitalen Staat Online, der in dieser Woche gestartet ist. “Ich hätte mir das Ganze anders vorgestellt als durch ein Virus, aber die Krise hat uns den Kick gegeben, den es zum Durchbruch gebraucht hat”, so Bär.

Die Pandemiesituation habe in Bevölkerung und Verwaltung gleichermaßen einen enormen Akzeptanzschub für die Digitalisierung mit sich gebracht, der nun genutzt und in die Nachkrisenzeit überführt werden müsse. Lob sprach sie für die vielen Teilnehmer des Hackathons “#wirvsvirus” sowie für die Verwaltung selbst aus. Beispielsweise habe die schnelle und unkomplizierte Kooperation von Bundesinnenministerium und Land NRW für ein neues digitales Entschädigungsverfahren gezeigt, wie flexibel die Verwaltung reagieren kann, wenn sie muss.

Dass die Verwaltung durch ihre Reaktion auf die Krise bewiesen habe, dass sie besser als ihr Ruf sei, betonte auch der neue Bundes-CIO Dr. Markus Richter. Um den Drive aus der aktuellen Situation mitzunehmen, brauche es für die Zukunft weitere Kooperationen, um die Aufträge der Bürger anzugehen. Die Krise zeige Handlungsbedarfe, aus denen man Arbeitspakete ableiten müsse, die es schnell umzusetzen gelte, ohne die Sicherheit hintenanzustellen.

Ein Beispiel, wie man den Bürger unterstützen kann, zeigte der Landes-CIO/CDO von Baden-Württemberg, Stefan Krebs: “Wir haben einen Universalprozess gestartet, mit dem die Bürger quasi im Schlafanzug ins Rathaus gehen können, voll digital.” Der Prozess für Anträge und dergleichen wird bereits von etwa 100 Kommunen des Landes genutzt und wird stetig weiterentwickelt.

Das Video der Eröffnungsveranstaltung findet sich unter diesem Link.

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