Digitaler Antrag für Arbeitslosengeld gestartet

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Bislang war es für Antragssteller von Arbeitslosengeld II stets Pflicht, persönlich ins Jobcenter zu kommen. Dies ändert sich nun mit dem neuen Online-Antrag. (Foto: BS/Krissie/www.pixabay.com)

Bislang mussten sich Bürgerinnen und Bürger zur Beantragung von Arbeitslosengeld II (ALG II) noch immer in das für sie zuständige kommunale Jobcenter (KJC) begeben. In einigen Jobcentern in Hessen und Niedersachsen hat sich dies nun geändert. Dort können Antragssteller den Vorgang ab sofort auch auf digitalem Wege durchführen. Diese Änderung steht auch allen weiteren Jobcentern bevor.

Der neue Online-Dienst zur ALG-Beantragung steht zum Start in sechs kommunalen Jobcentern in Hessen und Niedersachsen bereit: in den Kreisen Groß-Gerau, Offenbach, Osnabrück, Schaumburg, Verden sowie der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Aufgrund der Corona-Krise gab es eine spürbare Steigerung der Fallzahlen für ALG II. Daher wurde die Digitalisierung des Online-Services, die in das föderale Digitalisierungsprogramm des Onlinezugangsgesetzes (OZG) fällt, kurzfristig beschleunigt. Die Realisierung des Express-Verfahrens ist ein gemeinsames Projekt des Hessischen Ministeriums für Digitale Strategie und Entwicklung, des Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Um die Geschwindigkeit weiter hochzuhalten, geht es in der kommenden Woche bereits weiter mit dem Roll-out. Ab dann sollen alle 104 kommunalen Jobcenter in Deutschland die erste Version des digitalen Antrags nutzen können. Auf diese Weise sollen “nicht nur Millionen von Antragsstellerinnen und Antragstellern, sondern auch die Jobcenter in den Kommunen entlastet” werden, erklärt Bundesinnenminister Horst Seehofer zu der neuen Lösung: “Ich bin sehr zufrieden, dass wir in guter Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen so schnell vorangekommen sind. Mit den drei Milliarden Euro aus dem Konjunktur- und Zukunftspaket werden wir nun noch einen Zahn zulegen.”

Der neue Online-Antrag für das ALG II zeichnet sich im Vergleich zum bisherigen sechsseitigen Papierantrag und seinen zahlreichen auszufüllenden Anlagen durch hohe Nutzerfreundlichkeit aus. So ist der neue Antrag laut dem Bundesinnenministerium (BMI) deutlich übersichtlicher gestaltet, fragt relevante Informationen nur einmal und basierend auf vorherigen Antworten ab und setzt auf leichte Verständlichkeit sowie eingebettete Hilfstexte, um möglichst alles gut zu erklären. Die Antragsdaten werden von den Bürgern komplett online eingegeben und alle nötigen Nachweise können direkt per Computer oder Smartphone hochgeladen werden. Anschließend wird der fertige Antrag digital und sicher an das jeweils zuständige kommunale Jobcenter übermittelt.

Verantwortlich für die operative Umsetzung des Antragskonzeptes ist das Kompetenzteam Digitale Transformation der KJC unter der Leitung des Hessischen Städtetages und des Niedersächsischen Landkreistages. Das Kompetenzteam arbeitet hierfür in enger Abstimmung mit den beiden hessischen Ministerien. Vom hessischen kommunalen IT-Dienstleister ekom21 wurde auf der Plattform Civento die technische Lösung realisiert und die Pflege bis zum Jahr 2022 übernommen.

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