Neue medizinische Task Forces im Aufbau

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Die Bundesregierung zieht erste Lehren aus der Corona-Krise und will mehrere Einsatzverbände größere Materialbevorratungen für den Bevölkerungsschutz aufbauen. (Foto: Thorsten Töller, pixabay.com)

Um die bundeseigenen Kapazitäten im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz zu erhöhen, befinden sich derzeit 61 medizinische Task Forces (MTF) im Aufbau. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (Drucksache 19/19676) auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Bei diesen Task Forces handelt es sich um sanitätsdienstliche taktische Einsatzverbände. Diese sind mit Spezialfähigkeiten für den Zivilschutz und der länderübergreifenden Katastrophenhilfe ausgestattet. Diese Fähigkeiten umfassen die präklinische Behandlung, den Transport von traumatisch Verletzten und die Dekontamination von Verletzen.

Für die Vorhaltungen für den Bereich des medizinischen Bevölkerungsschutzes kann der Bund als ergänzende Ausstattung auf 642 Krankentransportwagen und 37 Gerätewagen Sanität (GW-San) für die MTF zurückgreifen. Das Personal für die Task Forces wird von den Hilfsorganisationen gestellt. Diese erhalten zudem noch eine einheitliche durch Bund finanzierte Ausbildung. Die Verwaltung der jeweiligen Einheiten wird durch die Länder im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung übernommen.

Zusätzliche Materialreserven geplant

Neben dem Aufbau der MTF soll die Sanitätsmaterialbevorratung des Bundes für chemische, biologische, radioaktive und nukleare (CBRN-) Gefahren ausgebaut werden. Bisher war die Materialbevorratung nur auf traumatisch-thermische Verletzungen ausgerichtet. Ebenso soll die Sanitätsbevorratung qualitative und quantitative Anpassungen erfahren.

Darüber hinaus engagiert sich die Bundesregierung aktiv am Aufbau von medizinischen Kapazitäten auf europäischer Ebene. Dies soll im Rahmen der rescEU, einem Teil des europäischen Katastrophenschutzmechanismus, geschehen. Dabei prüft die Regierung auch, ob sich die Bundesrepublik bei der Bevorratung von Impfstoffen und Medikamenten gegen Ebola beteiligen soll.

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