Bewerbung um europäische Wetterbehörde

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Das European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) wurde 1975 gegründet und beschäftigt zurzeit rund 360 Mitarbeiter. (Foto: RitaE, pixabay.com)

Die deutsche Bundesregierung hat sich um die geplante neue Niederlassung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts, ECMWF) in der Europäischen Union beworben. Der neue Standort soll die Bundesstadt Bonn werden. Die Standortvergabe ist aufgrund des Brexit nötig geworden, da der bisherige Sitz des ECMWF in Großbritannien war.

Für die Bewerbung hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium (BMI) eine Interessensbekundung getätigt. Der neue Standort des ECMWF soll die Aufgaben, die im Rahmen des EU-Erdbeobachtungsprogramms “Copernicus” anfallen, übernehmen. Für eine erfolgreiche Bewerbung plant die Bundesregierung Investitionen für einen Neubau in der Nähe des Bonner Standorts des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Das Gebäude soll bis zu 320 Mitarbeiter beherbergen können. Die Entscheidung über den neuen Standort wird vom Rat des ECMWF voraussichtlich im Dezember 2020 getroffen. Mit einem positiven Bescheid sollen dann schon im ersten Halbjahr 2021 die ersten Mitarbeiter nach Bonn ziehen. Neben Deutschland bewarben sich auch Frankreich und Österreich.

Das ECMWF ist eine unabhängige internationale Organisation, die von 34 Staaten getragen wird. Seit 1975 erstellt das ECMWF globale mittelfristige Wettervorhersagen von bis zu 14 Tagen, Monats- sowie Saisonvorhersagen. Diese Vorhersagen stellt das Zentrum den nationalen Wetterdiensten der Mitgliedstaaten, wie dem Deutschen Wetterdienst (DWD), zur Verfügung. Ebenso bietet das ECMWF die Vorhersagen auch kommerziell an. Zusätzlich betreibt das Zentrum Forschung zur Weiterentwicklung der Vorhersagemodelle.

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