BfDI äußert sich zur Corona-App

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"Aus Sicht des Datenschutzes sehe ich keinen Grund, der gegen eine Installation spricht. Aber es gibt noch Schwachstellen", erklärt BfDI Professor Ulrich Kelber. (Foto: geralt/pixabay.com)

Das Warten hat ein Ende: Seit heute steht die Corona-Warn-App der Bundesregierung zum Download bereit. Anlässlich der Premiere meldete sich nun der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationssicherheit (BfDI), Professor Ulrich Kelber, zu Wort.

Er persönlich sehe keinen Grund, der gegen eine Installation spräche, erklärt Professor Ulrich Kelber. Zwar gäbe es noch Schwachstellen, doch werde man als zuständige Aufsichtsbehörde dafür Sorge tragen, dass eingehende Hinweise schnellstmöglich von den verantwortlichen Behörden und Unternehmen umgesetzt würden. Für Kelber selbst entscheidend seien zum Auftakt der App die Dokumente zum Datenschutz. “Mir ist wichtig, dass neben dem Quellcode insbesondere die Datenschutzfolgenabschätzung, öffentlich zugänglich gemacht wurde. Je transparenter das gesamte Projekt ist, umso mehr Vertrauen werden die Bürgerinnen und Bürger haben”, so der BfDI.

Derzeit nicht medienbruchfrei

Konkret fordert Kelber Nachbesserungen zur Ermöglichung eines medienbruchfreien Betriebs der App. Die Einrichtung einer telefonischen Hotline sei zwar plausibel, könne aber nicht mit der “vollständig pseudonymen Nutzung der App über das automatisierte Verfahren” mithalten. Aktuell säßen das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Robert Koch-Institut (RKI) an der Schaffung der notwendigen Voraussetzungen, damit das automatisierte Verfahren von allen App-Nutzern genutzt werden könne. Laut BfDI gibt es beim Umgang mit der App eine wichtige Grenze: “Es ist in keinem Fall zulässig, dass Dritte Einblick in die App fordern. Ich kann die Inhaber von Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln nur dringend warnen: Versucht es erst gar nicht!”

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