Fast 480.000 Einsätze

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Präsentierten die Jahresbilanz 2019 der Berliner Feuerwehr: Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen (Mitte) und Innensenator Andreas Geisel (SPD, rechts). (Foto: BS/Feldmann)

Die Berliner Feuerwehr verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 478.281 Einsätze. Im Vergleich zum Vorjahr waren das über 14.300 Einsätze mehr. Anteilig beträgt der Zuwachs rund drei Prozent. Am häufigsten (343.660 Einsätze) waren auch 2019 wieder Notfallrettungen.

Hinzu kamen fast 35.000 Notfalltransporte, 6.688 Brandeinsätze, 18.818 technische Hilfeleistungen und über 68.000 Erkundungen. Zudem gab es 5.288 Fehleinsätze. Entgegen der Entwicklungen in der Vergangenheit war allerdings ein Rückgang der Rettungsdiensteinsätze der Berliner Feuerwehr zu verzeichnen. Deren Zahl nahm von 390.409 im Jahr 2018 auf “nur” noch 378.658 ab. Zugleich gibt es weiterhin Probleme bei der Erreichung des Soll-Ziels hinsichtlich der Hilfsfrist im Bereich der Notfallrettung. Eigentlich sollen dort in 90 Prozent der Fälle innerhalb von zehn Minuten Einsatzkräfte vor Ort sein. Der tatsächliche Erreichungsgrad dieser Vorgabe lag zuletzt aber nur bei etwa 57 Prozent. Hier sei man zwar schon besser geworden als in den Vorjahren, müsse aber dennoch noch einiges tun, so Berlins Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen.

Über 200 Attacken

Des Weiteren gab es im abgelaufenen Kalenderjahr mindestens 211 Angriffe auf Einsatzkräfte. Dabei wurden 35 Feuerwehrleute verletzt, wie Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte. Dies sei keineswegs hinnehmbar, so der Sozialdemokrat weiter. Bei Gewalt gegen Rettungskräfte müsse der Staat konsequent und hart vorgehen, verlangte Geisel. In diesem Zusammenhang kündigte er an, dass die geplante Novelle des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG) nach der parlamentarischen Sommerpause ins Abgeordnetenhaus eingebracht werde. Der Entwurf sehe auch die Ausstattung von Feuerwehrleuten mit Bodycams vor, so Geisel. Zudem machte der Ressortchef deutlich, dass darüber hinaus noch in diesem Jahr ein neues Landeskatastrophenschutzgesetz auf den Weg gebracht werde.

Auch Homrighausen verurteilte die Angriffe scharf. Nicht ohne Stolz berichtete er, dass die Berliner Feuerwehr derzeit deutschlandweit die einzige Feuerwehr mit einer eigenen Gewaltpräventionsbeauftragten sei. Die Attacken auf seine Mitarbeiter müssten gesellschaftlich noch stärker geächtet werden, verlangte der Landesbranddirektor. Derzeit gebe es statistisch gesehen noch alle 42 Stunden einen Übergriff. Das sei eindeutig zu viel. In 101 Fällen von Angriffen sei 2019 behördlicherseits Strafantrag gestellt worden. Strafanzeige würde in jedem Fall gestellt. Allerdings käme es bisher nur selten zu Verfahren oder gar Verurteilungen.

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