Kooperationsvertrag unterzeichnet

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Herbert Reul (CDU), Innenminister Nordrhein-Westfalens (hier auf dem Europäischen Polizeikongress des Behörden Spiegel in Berlin), hat die Kooperationsvereinbarung zur "Sicherheitskooperation Ruhr zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität" unterschrieben. (Foto: BS/Giessen)

Die Übereinkunft zur “Sicherheitskooperation Ruhr zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität” ist unterschrieben. An der “SiKo Ruhr” beteiligen sich die Landespolizei, die Städte Essen, Duisburg und Dortmund, der Zoll und die Bundespolizei.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dazu: “Diese Kooperation vernetzt Behörden, sammelt Informationen und setzt Schwerpunkte. Sie erhöht den Druck, weist aber auch Wege aus dem Milieu.” In diesem bundesweit einmaligen Projekt würden die Schreibtische zusammengeschoben, um kriminellen Großfamilien in der Metropolregion Ruhr ” das Wasser abzugraben und neue Ansätze zu finden”, so der Düsseldorfer Ressortchef. Das Projekt werde im Rahmen der Ruhr-Konferenz der Landesregierung realisiert. “Besonders freue ich mich, dass wir hier ein gemeinsames Ziel verfolgen, bei dem Parteipolitik keine Rolle spielt”, unterstrich Reul. Die neue, behördenübergreifende Dienststelle hat ihren Sitz in Essen.

Es geht um Vernetzung

Dessen Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) verdeutlichte: “Wir brauchen dieses Netz, denn die kriminellen Clans agieren ebenfalls vernetzt – national und sogar international.” Er hoffe sehr, dass sich noch weitere Partner anschlössen. Kufen machte klar: “Aufbauend auf unsere jeweiligen Strukturen werden wir so unsere Erkenntnisse und Erfahrungen zusammenbringen, neue Synergieeffekte generieren und gemeinsam auch neue Präventionsmöglichkeiten entwickeln.”

Sein Duisburger Amtskollege, Sören Link (SPD), ergänzte: “Ich bin überzeugt, dass wir viele Erkenntnisse über kriminelle Clans schon haben. Wir müssen sie nur zusammenbringen und uns besser vernetzen.” Die Bündelung unterschiedlicher Fach- und Handlungskompetenzen in einer dauerhaft angelegten festen Struktur mache die “SiKo Ruhr” zu einem bundesweit wegweisenden Projekt, ergänzte Norbert Dahmen, Rechts- und Ordnungsdezernent in Dortmund. Ähnlich lobend äußerten sich die Präsidentin der Generalzolldirektion (GZD), Colette Hercher, und der Präsident der für Nordrhein-Westfalen zuständigen Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, Andreas Jung.

Die Dienststelle wird sowohl repressiv als auch präventiv tätig. Zusammen mit Pädagogen, Sozialarbeitern und Wissenschaftlern sollen Aussteigerprogramme und Modelle entwickelt werden, die Kindern und Jugendlichen Wege aus dem Clan-Milieu aufzeigen.

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