Weisenrat für Cyber-Sicherheit legt ersten Bericht vor

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Der Weisenrat für Cyber-Sicherheit will der Politik jährlich Handlungsempfehlung geben. (Grafik: Cyber Security Cluster Bonn e. V.)

Sechs Professorinnen und Professoren im Bereich der Cyber-Sicherheit haben der Bundesregierung einen ersten Bericht zu drängenden Fragen der Informationssicherheit vorgelegt. Mit konkreten Empfehlungen soll Deutschland resilienter gegen Gefahren im digitalen Raum ausgerichtet werden.

So fordern die Vertreter wichtiger deutscher Forschungseinrichtungen für die Cyber-Sicherheit eine Verpflichtung von Herstellern zu regelmäßigen Sicherheitsupdates und Schwachstellentests. Für langlebige Produkte fordern sie, dass verwendete Krypto-Algorithmen ausgetauscht oder vorhandene Hardwarekomponenten neu programmiert werden können (Kryptoagilität). “Nur so können wir agil auf neue technische Herausforderungen reagieren und die Voraussetzungen für eine resiliente Cyber-Sicherheit schaffen”, erklärt Prof. Dr. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer AISEC-Instituts München und Leiterin des Lehrstuhls für Sicherheit in der Informationstechnik an der TU München.

Im Bericht fordern die Weisen außerdem die Erhöhung der technologischen Souveränität, um eigenständig und selbstbestimmt und unabhängig Wirtschaft und Gesellschaft gestalten zu können. Dazu sollten zumindest wichtige Schlüsseltechnologien die Künstliche Intelligenz beherrscht und weiterentwickelt werden. In anderen Bereichen plädieren die Experten für eine Festlegung, aus welchen Ländern wichtige Hardware bezogen werden darf, weil Risiken vertretbar bleiben. Auch für Speicherorte von wertvollen Daten außerhalb Deutschlands wünschen sie sich Regeln. Politik und Wirtschaft müssen die Rahmenbedingungen schaffen, um die technologische Souveränität im Cyber-Raum gestalten zu können. Wir müssen das ‘IT-Security Made in Germany‘ zu einem anerkannten Qualitätssiegel machen”, fordert Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Professor für Informationssicherheit und Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit – if(is) an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.

Jährliche Berichte vorgesehen

In Anlehnung an den sogenannten Bericht der Wirtschaftsweisen will der Weisenrat für Cyber-Sicherheit künftig jährlich einen Bericht als Impuls für die Gestaltung der politischen und gesetzlichen Rahmenbedingung vorlegen. Der Weisenrat war 2019 vom Cyber Security Cluster Bonn e. V. berufen worden. Ihm gehören Vertreter der Exzellenz-Cluster in Bonn, Bochum, Darmstadt, Gelsenkirchen, Göttingen und München an.

Zur Veröffentlichung des ersten Berichts sagt Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn: “Ich freue mich, dass alle Mitglieder und Partner im Cyber Security Cluster Bonn e. V. durch ihre engagierte Zusammenarbeit so starke und wichtige Impulse für die digitale Souveränität unserer Gesellschaft erarbeitet haben. Besonders freut es mich, dass mit dieser Initiative auch die verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen Cyber Security Clustern in Deutschland gelungen ist.”

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