Neues Analyseprogramm geplant

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Bei der polizeilichen Bearbeitung inkriminierten Materials, das möglicherweise kinderpornografische Aufnahmen zeigt oder enthält, müssen die Ermittler oftmals riesige Datenmenge sichten. Das ist psychisch äußerst belastend. Eine neue Software soll in Rheinland-Pfalz hier nun Abhilfe schaffen und Erleichterung bringen. (Foto: BS/Gerd Altmann, pixabay.com)

In der rheinland-pfälzischen Polizei ist die Einführung einer neuen Auswertungssoftware zur strafrechtlichen Bewertung kinderpornografischen Materials vorgesehen. Die Menge solcher Bilder und Videos hat zuletzt massiv zugenommen. Dies führt zu einer noch größeren psychischen Belastung der Ermittler, die die Aufnahmen sichten und analysieren müssen.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte: “Wir werden unsere Aktivitäten nochmals verstärken, um die Bekämpfung von Missbrauch und Kinderpornografie weiter zu verbessern.” Mithilfe der neuen Technik soll die Arbeit der Kriminalbeamten deutlich erleichtert werden. Außerdem soll damit erreicht werden, dass schneller klar ist, ob eine Aufnahme einen Straftatbestand erfüllt oder nicht. Dazu meinte der Ressortchef: “Wir werden auch eine kostenfrei vom Landeskriminalamt Niedersachsen zur Verfügung stehende Software durch unser Landeskriminalamt in einem Pilotverfahren einsetzen.” Mithilfe der Anwendung namens “NIKI” soll eine automatisierte Unterscheidung zwischen pornografischen und nicht-pornografischen Daten durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) möglich werden.

Besondere Unterstützung erforderlich

“Die Arbeit in diesem sensiblen und auch emotional besetzten Kriminalitätsbereich stellt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor besondere Herausforderungen”, so Lewentz. Die tägliche Konfrontation mit perfiden, menschenverachtenden und unsägliches Leid verursachenden Straftaten hinterlasse auch Spuren bei den erfahrensten Kriminalbeamten. Ihnen müsse bei ihrer Arbeit besondere Unterstützung angeboten werden, unterstrich der Sozialdemokrat.

Rheinland-Pfalz will im Bereich der KI jedoch nicht nur mit den Kollegen in Hannover kooperieren. Auch die Zusammenarbeit mit nicht-staatlichen Partnern soll intensiviert werden, um die polizeiliche Ermittlungsarbeit zu verbessern. Die Beamten haben bereits zusätzliche Hardware für ihre Analysen erhalten. Derzeit wird noch geprüft, ob durch organisatorische Veränderungen, wie zum Beispiel eine Konzentration der Bearbeitungszuständigkeiten, weitere Verbesserungen möglich sind.

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