Weniger Kriminalität in Nordrhein-Westfalen

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Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) berichtete von einem Rückgang der Kriminalität in seinem Bundesland. (Foto: BS/Giessen)

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Nordrhein-Westfalen deutlich weniger Straftaten angezeigt worden als im Vorjahreszeitraum. Zwischen Anfang März und Ende Juni dieses Jahres wurden 365.676 Strafanzeigen erstattet. Das sind 107.954 weniger als im gleichen Zeitraum 2019. Anteilig beträgt der Rückgang 23 Prozent.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank im bevölkerungsreichsten Bundesland sogar um 30 Prozent ( von 7.561 auf 5.290 Fälle). Die Zahl der Raubüberfälle nahm im selben Zeitraum um 26 Prozent ab (von 3.819 auf 2.821 Fälle). Die Zahl der Taschendiebstähle sank um 39 Prozent (von 10.638 auf 6.511 Fälle). Auch die Anzahl an Straftaten, bei denen ältere Menschen Opfer wurden, war rückläufig. Hier beträgt das Minus elf Prozent.

Vorsicht bei häuslicher Gewalt

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dazu: “Wenn das öffentliche Leben zurückgefahren wird, passiert auch weniger. Weniger Strafanzeigen: das ist eine erfreuliche Entwicklung.” Auch wenn es sich nur um vorläufige Zahlen handele, seien bereits erste Trends erkennbar. “Der Rückgang gilt für fast alle Arten von Delikten”, betonte Reul.

Auch bei häuslicher Gewalt waren abnehmende Deliktzahlen zu verzeichnen (minus 21 Prozent; von 13.230 auf 10.479 Fälle). Hier räumte der Düsseldorfer jedoch zugleich ein: “Gerade bei häuslicher Gewalt müssen wir mit unseren Einschätzungen sehr vorsichtig sein und die Entwicklung genau beobachten.” Denn: aufgrund der corona-bedingten Einschränkungen waren oder sind Kindertagesstätten und Schulen lange geschlossen. Dadurch konnten Erzieher und Lehrer weniger als Verdachtsmelder und Hinweisgeber fungieren.

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