Wolski meint

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Mitarbeiter des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Im Zeitraum um den 12. bis 17. Juli vor 25 Jahren nahm der schwerwiegendste Fall eines Genozids auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg seinen Lauf: Das Massaker von Srebrenica in Bosnien-Herzegowina, geplant durch den bosnisch-serbischen General Mladić und geduldet durch den Präsidenten Karadzić. Dieser Völkermord, der an ca. 8000 bosniakischen Männern begangen wurde, hätte verhindert werden müssen.

Und er hätte verhindert werden können. Die NATO-Luftstreitkräfte verfügten über die Luftherrschaft, Luft- und Satellitenaufklärung zeigten ein genaues Lagebild der Geschehnisse in der sog. “Schutzzone”. Die NATO empfahl Luftschläge gegen die Stellungen der bosnischen Serben und hätte die Lage – auch für die UN-Schutztruppe am Boden (“United Nations Protection Force”) komplett verändern können. Voraussetzung für ein militärisches Eingreifen war das sog. “Dual Key”-System: Sowohl der NATO Secretary General als auch der Generalsekretär der UN mussten dem Einsatz zustimmen. Mr. Boutros-Boutros Ghali jedoch zog seinen Schlüssel heraus – mit den grausamen und fatalen Folgen.

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