Bremens Digitalbranche wächst

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Senatorin Kristina Vogt, Björn Portillo (Mitte) und Dr. Günter Warsewa stellen die aktuelle Studie zur IT-Branche des Landes Bremen vor. (Foto: Eva Koball)

Die IT-Wirtschaft Bremens boomt, das geht aus einer Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft (iaw) hervor. Allein in den vergangenen drei Jahren soll die Beschäftigtenzahl innerhalb der Branche um 24 Prozent von knapp 8.500 auf rund 10.500 Mitarbeiter gestiegen sein. Einen besonderen Zuwachs verzeichnet die Studie, die vom Branchenverband bremen digitalmedia e.V. in Auftrag gegeben wurde, im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Ausgelöst durch den digitalen Wandel, nimmt die IT-Wirtschaft einen immer höheren Stellenwert ein. Im Zwei-Städte-Staat ist sie inzwischen der drittgrößte Wirtschaftscluster, so ein Resultat der Studie “Struktur und Entwicklungsperspektiven der IT-Branche im Land Bremen”. “Die Ergebnisse sind für uns als Branchenverband besonders spannend, da es für das Land Bremen bisher keine vergleichbare Erhebung gibt”, erklärt Björn Portillo, erster Vorsitzender des Branchenverbands bremen digitalmedia. Grundlage ist neben einer Online-Befragung, an der sich gut 150 Unternehmen beteiligt haben, eine Erhebung von Strukturdaten. Auf Basis der so gesammelten Informationen wolle man einerseits ein Bild des Ist-Zustandes zeichnen, andererseits aber auch die Voraussetzungen aufzeigen, unter denen die Branche weiter florieren könne, so die Studienmacher.

“Bremen ist ein relevanter IT-Standort, wie die vorliegende Studie belegt”, sagt Kristina Vogt, Bremens Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Bei der Digitalisierung allgemein, im Besonderen aber bei der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz (KI) sei der Zwei-Städte-Staat gut aufgestellt. “Wir verfügen über innovative Unternehmen und viele Kernkompetenzen in der Wissenschaft, wie z.B. der Robotik und der autonomen Steuerung. Insbesondere verfügen wir in Bremen über Anwendungs-KnowHow, z.B. in der Luft- und Raumfahrt. Diese Position wollen wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen”, führt die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa aus.

Bremen über dem Bundesdurchschnitt

Mit einem Anteil von 3,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt Bremen knapp über dem bundesdeutschen Durchschnitt, der derzeit bei 3,4 Prozent liegt. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Start Up-Szene, die sich auf 93 Neugründungen im Jahr 2018 belief. Damit legt Bremen nicht nur im Vergleich zu 2014, wo lediglich 53 Anmeldungen verzeichnet wurden, deutlich zu, sondern bewegt sich zudem 0,5 Prozent über dem Durchschnitt.

Wie die Studie zeigt, liegt der informationstechnologische Schwerpunkt im Zwei-Städte-Staat im Bereich der KI. So gab jedes dritte Unternehmen an, derzeit Produkte oder Lösungen zu entwickeln, die sich um den Einsatz Künstlicher Intelligenz bemühen. Besonders prominent: digitale Assistenten mit 26 Prozent oder KI-Produkte im industriellen Bereich mit 20 Prozent. Ausgehend von ihrer Altersstruktur, ist die IT-Branche Bremens von 25 bis 55-Jährigen dominiert, die mit 75 Prozent den Hauptteil der Beschäftigten ausmachen. Knapp ein Drittel ist weiblich. Im Vergleich zu anderen Bundesländern liegen die Gehälter leicht unter dem Durchschnitt, was laut Studienmachern vor allem durch die geringeren Lebenshaltungskosten zu erklären sei.     

Fachkräftebedarf enorm

Wie in anderen Bundesländern ist auch in Bremen der Bedarf an geschulten IT-Personal enorm. Aus der Studie geht hervor, dass 71 Prozent aller befragten Unternehmen bereits Bewerber aufgrund mangelnder Qualifikationen abgewiesen haben. Die Ergebnisse machten deutlich, dass dringend Wege gefunden werden müssten, um auch dem Nachwuchs mit einfachen Bildungsabschlüssen den Einstieg in die Branche zu erleichtern, fordert Portillo. Überwiegend positiv stellen sich die Resultate in den Bereichen Partnerschaft und Netzwerke dar, wo rund 86 Prozent der Befragten die Kooperation mit ansässigen Hochschulen und Universitäten loben. Auch die Zusammenarbeit innerhalb der Branche wird aus Sicht der Unternehmen mit 78 Prozent als erfreulich bewertet. 

Einblick in die Studie erhält man hier.

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